Mit Raub und Mord hatte er den schrecklichen Cyclus seiner Gräuelthaten eröffnet.

Schon ein paar Stunden war er auf einem Fahrwege dahin geritten, und noch immer wollte sich das Ende des Waldes nicht zeigen.

Dagegen fühlte er sich von Augenblick zu Augenblick unwohler; er wurde so matt, daß er beinahe vom Pferde sank; es klebte ihm die Zunge am Gaumen, und sein Durst wurde so brennend, daß er für einen frischen Trunk gern die geraubte Börse hingegeben hätte.

Den Zügel des Pferdes am Arme, schleppte er sich tiefer in den Wald hinein, eine Quelle zu suchen. Lange war er fruchtlos umher geirrt, und vermochte nicht weiter zu gehen. Er wollte unter einem Baume sich lagern, als er den rückwärts am Sattel angeschnallten Mantelsack bemerkte. Ohne selbst zu wissen, warum, da er in diesem Augenblicke gewiß nicht an eine Beute, sondern nur an Rettung vor dem Verschmachten dachte, schnallte er den Mantelsack ab, warf sich damit aufs Moos und öffnete ihn.

Er schrie laut auf vor Freude; der Mantelsack war ein tragbares Speisegewölbe, ein portativer Keller. Nicht ein Stückchen von Kleidern oder Wäsche befand sich darin, wohl aber ein Magazin von Würsten, Schinken und verschiedenen Braten, denen drei Flaschen Wein und eine Flasche Rum, feines Gebäcke und Brot beigesellt waren.

L. Oeser in Neusalza.
Der schwarze Wenzel u. Lips Tullian.

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GRÖSSERES BILD]

Der vorige Besitzer dieses Magazins mochte wohl aus Geiz, um in den Wirthshäusern wenig zu verzehren, oder aus Furcht, auf der Reise zu verhungern, sich so reichlich versehen haben.