Daß Friedrich Sarberg nach seiner Entweichung aus dem Stockhause bei einem Reiterregimente des Churfürsten von Brandenburg, dann im dänischen Regimente Rottenstein, zwei Jahre hierauf unter den Jordanischen Kürassieren als Fourier gestanden und sich da mit Elisabeth verheirathet, hierauf im Görzischen Regimente gedient, die Schlacht bei Binschof in Polen als Fahnenjunker mitgemacht habe und als Adjutant des Dragoner-Obristen Billitz aus dem Militär-Verbande getreten sei, gehet aus den Untersuchungsakten hervor, jedoch ohne klare Beleuchtung seines Wandels in jener Zeit, über dessen Unbescholtenheit er in seinen Verhören auf das Feierlichste sich verbürgte, immerhin zum gerechtesten Zweifel des Criminalrichters, der die Narben an Sarbergs Körper, von ihm als Folgen erhaltener Wunden im Kriege angegeben, nur gar zu gut als die Merkmale ausgestandener Tortur erkannte. Endlich gelang es doch, Sarberg zum Geständniß zu bringen, daß einige dieser Narben aus einer Tortur herrührten, in welcher man zu Hohenstein seinen Körper mit Wachslichtern gebrannt hatte, um von ihm die Anerkennung eines Raubmordes zu erzwingen, welchen er während seiner Kriegsdienste in Ungarn begangen haben sollte, daran aber ganz unschuldig gewesen sei.

Nachdem Sarberg das Dragonerregiment des Obersten Billitz verlassen, vorher aber seine Elisabeth, mit ihrer freudigsten Einwilligung um 30 Dukaten an einen alten, reichen Weinhändler abgetreten hatte, ging er nach Danzig, handelte dort anfangs mit Pferden, dann mit Räucherwerk und Flachs, gewann viel Geld, trieb dabei falsches Spiel mit Würfeln und Karten, verlor aber all sein Vermögen an einen viel gewandtern Betrüger, erstach diesen in der Wuth der Verzweiflung, und floh in die Wälder, wo er sich an eine Räuberbande anschloß, einige Mal in Haft gerieth, theils durch Ausbrechen aus den Gefängnissen, theils durch das hartnäckigste Leugnen sich frei machte, dann ohne Genossenschaft stahl, Straßenraub und Mord ausübte, endlich, wie wir alsbald sehen werden, mit Lips Tullian sich vereinigte, und die Ehre genoß, an der Spitze der Vertrauten dieses Verbrechers zu stehen.

Den Beinamen: „Studentenfritz“ hatte er erhalten, seiner Fertigkeit im Schreiben und seiner Geschicklichkeit in Verfertigung von Stempeln und Petschaften wegen, da in jenen Zeiten der ungebildete Mensch Alles Student hieß, was sich durch Fähigkeiten und Künste dieser Art über das Gemeine erhob.

VIII.
Samuel Schickel, der Brett-Bauer.

Ha! gräßlich wird es Tag in meiner Brust!

Ich Rasender, daß ich von Glücke träumte! —

Fahr’ hin, du letzter Glaube an die Menschheit! —

Welt, wir sind quitt! Du hast dein Spiel verloren!

Th. Körner.