26. Nachmittag.
Das war ein Tag – – –
Der Saum meines weißen Battistkleides ward naß, als ich durch den Wald ging. Unzählige schwarze Molche krochen vor meinen Füßen hin und her. Aus dem Waldboden stieg eine betäubende würzige und feuchte Wärme. Der See lag da wie ein dunkelgrüner Stein, auf welchem tausend boshafte Sonnenteufelchen Cancan tanzten.
Ich bin erstaunt. Er ist nicht da. Ich setze mich und warte. Minute auf Minute – was soll das bedeuten? Ich werde unruhig. Und zornig. Diese Ungezogenheit. Immer noch nichts. Endlich – da ist er. In einem Zustand – das Haar hängt ihm rauh und wirr um die Stirne. Die Gesichtshaut spröde und fleckig. Die schlaffen, zersprungenen Lippen lassen die untere Zahnreihe frei. Mit beiden Händen in eine Dornhecke greifend bleibt er stehen. Ein schauerndes Schluchzen rinnt durch seinen Körper. Und wie von brutalem Jammer erwürgt, grollt es aus seiner Brust: Ich will nicht – ich will nicht!
Ich springe auf, will zu ihm. Er streckt beide Hände gegen mich aus.
Bleib – nicht zu mir – sonst – alles verloren. Ich wollt' nicht kommen. Dich nicht mehr sehen. Nur fort, nur fort. Deine Ehre, meine – und doch, und doch ...
Wie der Strom über die Felswand, so stürzt sein Blick an meiner Gestalt nieder. Ich halte die Wimpern tief gesenkt. Der lächelnde Triumph meiner Augen ist nichts für seine Qual. Und ich überlege auch. Soll ich ihn lassen? Gehen lassen? Le jeu est fait. Schach matt. Allein noch amüsiert mich seine Tollheit. Gefährlich? Ah bah! Ich bin meiner sicher.
Und er ringt mit sich wie ein Sterbender. Ein großes Schluchzen steigt ihm in die Kehle.
Leb wohl – leb wohl!
Und er geht, hat wirklich die Kraft – Das soll nicht! Leise, leise, mehr Klang als Wort: