So schwärmt und rast seine Phantasie. Aber in seiner Tollheit ist eine dämonische Kraft, eine Naturkraft, die meine Nerven unangenehm berührt. Ich winde mich aus seinen Armen. Unbändiges Flehen, zornige Thränen, maßlose Küsse ergießen sich über mich. Er läßt mich nicht eher fort, als bis ich verspreche, mich heute Abend im Dunkel noch einmal herzuschleichen.

Das letzte Mal. Denn morgen Nachmittag kommt Fritz. Er denkt freilich nicht daran.

Gegenwärtig fühle ich mich ordentlich müde von dem heute Morgen erlebten Sturm. Ich langweile mich nicht. Aber die Sache fängt an, mir unbequem zu werden. Es wird Zeit, daß ich die Karten zusammenwerfe. Der Spiegel zeigt mir mein fatiguiertes Gesicht. Dieu, wenn ein Fältchen zurückbliebe! Ich wäre untröstlich. Warum ist dieser Narr auch so unbändig in seiner Leidenschaft.

Nachts ein Uhr.

Ah – cette bêtise, cette bêtise! Ruhe, Ruhe! Schreib, überleg. Jetzt gilt nur eins – – – – – ich kann nicht.

Morgens acht Uhr.

Kein Schlaf. Nur die Gedanken wie flatternde Fledermäuse. Rastlos. Planlos. Ich möchte schreien vor Zorn. Daß dies geschehen konnte. Mir! Ich muß mich zwingen, klar zu überdenken – sonst komme ich zu keinem Ende.

Gestern Abend zehn Uhr schlich ich fort. Unbemerkt. Die Nacht war trüb. Er kam mir auf dem steilen Weg entgegen. Er trug mich weiter, immer weiter in den Wald.

Ich bat, flehte.

Vergeblich. Die Lippen fest in meine Locken gedrückt, schritt er fort. Bis zu einer Schlucht. Unten stürzte das Wasser. Er breitete meinen Mantel auf das Moos und legte mich behutsam nieder. Sein Haupt ruht an meiner Brust.