Natürlich! Du kannst ihn nicht leiden. Aber ich habe den Jungen gern, sehr gern, und werde darum sogleich ...
Er ist schon hinaus. Ich höre Befehle, Anordnungen. Eine Viertelstunde später flammen am Rande des Sees Pechfackeln auf, die sich im Walde verlieren. Der Herr Baron haben auch aus dem Hotel und aus den Bauernhäusern Leute mitgenommen, erzählt Louison, während sie mich entkleidet. Ich schlüpfe in mein Negligé und blättere, auf der Chaiselongue liegend, im neuesten von Malot. Müdigkeit und Nervenabspannung lassen mich in einen tiefen unruhigen Halbschlaf versinken. Verworrnes Stimmengemurmel, dazwischen laute Commandorufe wecken mich. Ich fahre empor. Ans Fenster. Ein Menschenknäuel. Der Fackelrauch läßt mich nichts erkennen. Was ist geschehen? schreie ich hinunter. Eine breite bäurische Stimme antwortet: Tot.
Eine Minute später tritt Fritz ins Zimmer. Mit Erde beschmutzt, die Kleider in Fetzen gerissen, das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Er wirft sich in einen Stuhl.
– – Wir haben ihn gefunden. In einer Schlucht oberhalb des Frillensees. Mit zerschmetterten Gliedern. Halb im Wasser liegend. Er ist verunglückt, oder ...
Er springt auf und packt mich mit einer schrecklichen Geberde am Handgelenk, unbarmherzig:
Thea, als ich mit der Fackel suchend am Rande der Schlucht hinging, blinkte mir aus dem Moos etwas Rotes entgegen. Ich bücke mich. Eine rote Perle, zwei, drei – da!
Er schleudert sie auf den Boden.
Deine Korallen! Wenn es – oh, oh, Deine Korallen!
Ich schaue starr zur Erde, fieberhaft überlegend, was ich sagen, am klügsten sagen ...
Thea, was hast Du mit dem unglückseligen Jungen gemacht? Wenn Du – ah, es wäre zu schändlich, zu schrecklich. Sag, sag Du's: Ist er verunglückt? – – –