Nein! – Heute Morgen gestand er mir seine tolle Leidenschaft, flehte mich an, ihm in die Welt zu folgen. Ich wies ihn zurück. Die Kette nahm er mit sich – als letztes Andenken.
Und das würdest Du mir verschwiegen haben, wenn ich nicht fragte?!
Ja. Hätte ich Dirs immer sagen wollen, wenn mir ein Andrer seine Liebe gestand ...! Wer trägt die Schuld? Ich? Ich habe Dich gewarnt am ersten Tag. Aber Du warst ja so sicher. –
Er bedeckt sein Gesicht mit den Händen: Es ist ja wahr, wahr. Dann dumpf und gewaltsam:
Komm mit.
Er preßt mir die Knöchel zusammen und will mich fortziehen. Ich mache mich kühl und gelassen los:
Keine Beleidigung. Ich gehe allein.
Sein Zimmer. Er liegt auf dem Bett. Der zerschmetterte Unterkörper mit der seidenen Steppdecke verhüllt. Der Kopf ist unversehrt. Die nassen Haare weit von der Stirne zurückgestrichen. Und über diese wunderschöne Stirn läuft ein schmaler roter Streif. Das Gesicht ist finster schmerzlich. Auf den Lippen klebt ein wenig Blut. Ich stehe da und empfinde nicht viel mehr als den unangenehmen Eindruck des Leichenhaften. Fritz beobachtet mich:
Und kein Augenzucken, keine Thräne des Mitleids!
Thränen? Ich habe ihn gehaßt.