Das Abendrot hauchte seine Lichter auf die Stirne der Sixtina. Ein Abglanz fiel auf das Antlitz der toten Maria. Es war so ernst und herrlich rein, wie das der Himmelskönigin.

Er lag auf den Knieen und neigte sein Haupt auf ihre bleichen Hände. »Du hast recht gethan – Madonna«.

Corriger l'amour

Soll ichs? ... Es ist ein hübscher Junge und ich ennuyiere mich. Mein geliebter Gemahl ist den ganzen Tag in den Bergen. Er sitzt am See; schreibt seinem Aussehen nach Gedichte. Ich? ... was thue ich? Brauche möglichst lang zu meiner Toilette; lasse mir von der Köchin das Menu zeigen; sitze auf der Veranda und bilde mir ein, See, Wald und Berge zu zu bewundern. Voilà tout. Ah, meine Gnädigste, in solcher Stimmung ist's verzeihlich, ein Tagebuch zu beginnen! Fünfundzwanzig Jahre und ein Tagebuch! Lächerlich! Aber die Langeweile ... Dazu ärgerten mich die weißen, öden Blätter. Ich fing an, Spinnen und Fliegen darauf zu zeichnen. Und während ich es that, kamen mir die Gedanken ... Es ist wirklich ein hübscher Junge. Noch ein wenig blaß von seiner Krankheit. Und so gut erzogen, so rührend ungalant ...

Vor acht Tagen kam der Brief seines Vaters. Fritz las ihn. Ein-, zweimal. Dann schob er die Cigarette in den rechten Mundwinkel. Ah! macht' ich in Gedanken. Der will etwas. Die Cigarette wanderte wieder in den linken Mundwinkel. Mich geht's auch an? So! Pause. Ich sah auf die Badestatuette von Tabachi. Man sagt, ich sehe ihr ähnlich. Ich gähnte.

Thea!

Fritzl?

Der Lobkowitz hat geschrieben.

So. Was?

Sein Jüngster, der Ossi, war krank. Nervenfieber. Hat sich beim Examen überarbeitet. Er möchte ihn auf's Land schicken; zu uns. Willst Du?