Wie alt ist der – Ossi?

Neunzehn oder zwanzig, weiß nicht recht. Also willst Du?

Neunzehn, zwanzig – nein.

Aber Thea!

Fritzl, sei vernünftig. Der Junge ist neunzehn, meinetwegen auch zwanzig. Ich bin hübsch. Wir leben hier sehr einsam. In acht Tagen ist er verliebt in mich bis über die Ohren und wir haben den Skandal.

Fritz lachte.

Das ist Deine ganze Besorgnis? Möglich, daß er sich in Dich verliebt. Sicher, daß ich einen Skandal verhindre. Ich lasse ihn kommen.

Und er kam. Ganz anders, als ich ihn erwartet hatte. Schlank, brünett, mit der zigeunerischen Noblesse des slavischen Adels, aber zugleich schüchtern, linkisch, wie ein bürgerlicher Privatdozent. Keine Spur von savoir-vivre. Und sein Vater ist Gesandter! Ich interpellierte Fritz.

Wo hat der Lobkowitz seinen Jungen erziehen lassen?

Weiß nicht. Keinenfalls in Paris. Der Fred hat ihn zu viel Geld gekostet. Darum sollte der Ossi wohl desto solider werden. Ich glaube, er hat Philosophie studiert. Bist Du nun ruhig, daß er sich nicht in Dich verliebt?