Scene 3.

Katya Stanyek (tritt ein, läßt die Thüre halb offen. Man sieht den Diener und eine ältere, einfach gekleidete Person. Katya ist in vollständig weißer Konzerttoilette. Nur an der Schulter und im Haar dunkle Rosen. Um die Taille eine feine, goldene Gürtelkette, deren Enden sich in einer Falte des Kleides verlieren. Lose um die Schultern geschlungen ein weißes Seidentuch. In der linken Hand hält sie Stonebergs offenen Brief und ein kleines Taschentuch. Sie ist etwas erschöpft, in starker aber verhaltener Erregung, spricht mit durchaus czechischem Accent, aber ohne Gewöhnlichkeit, mit weicher, ein wenig gebrochener Stimme.)

Katya: Bin ich da. (Tritt an den Tisch.) Also?

Stoneberg (verletzt, macht ihr eine ostentative Verbeugung): Ich habe die Ehre, meine Gnädigste, Sie zu begrüßen.

Katya (ohne darauf zu achten): Wie viele Geld verlangen Sie? Bitte – rasch.

Stoneberg: Gnädiges Fräulein, Sie nehmen die Sache sehr geschäftlich. Ich halte die Hergabe einer Amati für mehr als einen bloßen Handel. Zum mindesten ist dabei ein oder das andere Wort zu reden, welches die Dienerschaft nicht zu hören braucht. (Geht an die Thüre, schließt sie.)

Katya (folgt ihm mit den Augen): Ah – so! (Geht.)

Stoneberg (für sich): Was?! (Laut, mit halbem Lachen): Das hätte ich von Fräulein Stanyek nicht erwartet. Sie fürchten sich?

Katya (schon an der Thüre, wendet sich rasch um, mißt ihn von oben bis unten, greift einen Moment an die Gürtelkette): Nein. (Geht an den Mitteltisch, fest sich auf den Stuhl rechts, nimmt ihr Tuch ab.)

Stoneberg (nimmt den Stuhl links): Gestatten ... ... (setzt sich.) Gnädiges Fräulein, Sie befinden sich in einer ungewöhnlichen – bei Ihnen ganz ungewöhnlichen Aufregung. Ich halte mich für berechtigt, nach der Ursache zu fragen.