Katya: Will ich werden seine Weib! Und habe nicht Gefühl zu gehen mit ihm auf Landstraße betteln, hungern, sterben. Ah, ah, will ich reißen von mir meiner Ehre – denn keine Ring an Finger und keine Segen in Kirche kann machen mich zu seine ehrliche Weib!
Stoneberg (sehr bleich, atemringend): Sie – steigern sich mit aller Gewalt in eine Einbildung hinein. Wären Sie nur einen Moment ruhig, Sie würden fühlen, daß es vor allem Sünde ist, das Glück eines Menschenlebens zu zertreten.
Katya: Ueber Glück stehen Ehre und meiner Ehre sein mehr wert als Menschenleben tausend! Haben es gesagt gnädiger Herr zu mir, und sollen er haben nicht gesprochen für nichts.
Stoneberg: Und hat er Ihnen auch von Ihrem – Ehrenwort gesprochen?
Katya (aufschreiend): Meine Ehrenwort! (Sehr leise): Bitte.
Stoneberg: Reden Sie nicht! Bitten Sie nicht! Jeder Laut von Ihren Lippen macht mich unfähiger, Sie zu lassen. Ich könnte Sie sterben sehen, ehe ich Sie freigebe!
Katya (ganz gebrochen, fällt vor ihm auf die Knie): Seien Sie Erbarmen! Geben Sie mir wieder meine Ehrenwort!
Stoneberg: Nein.
Katya (hebt die gerungenen Hände zu ihm empor): Geben Sie mir wieder –
Stoneberg: Nie, ich schwör' Dir's, nie!