Für den „Notenkraker“ zeichnet auch Jordaan; die Karikatur „Der Suezkanal“ ([Abb. 27]) ist sein Werk. Der deutschfeindliche „De Telegraaf“ bringt Beiträge von Louis Raemaekers. Es sind ihm eine ganze Reihe ergreifender Darstellungen des Kriegselends gelungen; viele sind ganz objektiv gehalten, ohne einzelne Völker treffen zu wollen. Aber das Schicksal Belgiens, des stammverwandten Landes, hat ihm den Griffel in die Hand gedrückt, um seinem Haß gegen die „Eroberer“ Luft zu machen. Wenn sein Temperament mit ihm durchgeht, dann werden für ihn die Deutschen zu „Barbaren“, dann zeigt er belgische Bürger, die den deutschen Truppen vorausmarschieren müssen, um im feindlichen Kugelregen zusammenzubrechen, dann führt man Krieg mit den toten Meistern der Kunst van Eyck, Massys und Rubens, die auf einem Scheiterhaufen stehen, vor dem deutsche Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett Wacht halten. Eine Reihe seiner Darstellungen des Kriegselends und seiner Spottbilder hat er im Verlage „Elsevier“ auch als Alben herausgegeben.
Auf einzelne Werke der hier genannten holländischen Zeichner wird an andern Stellen noch näher eingegangen werden.
Abb. 28. Türkische Karikatur: „Zur Schlachtbank“.
Die Verbündeten müssen England Vorspanndienste leisten.
(Hodja, Konstantinopel.)
Unter den Blättern unserer Verbündeten steht die „Muskete“ an der Spitze, eine ähnliche Stellung in Österreich einnehmend wie in Deutschland der „Simplicissimus“, sie zählt eine ganze Reihe tüchtiger Illustratoren zu ihren ständigen Mitarbeitern. Zu ihnen gehört beispielsweise Rudolf Herrmann. Das Thema, das er in der [Abb. 13] trefflich behandelt, die Vorspanndienste, die die Verbündeten England leisten müssen, kommt auch in einer Zeichnung unseres anderen Bundesgenossen, wenn auch primitiver, zum Ausdruck, in der türkischen Karikatur, die wir hier wiedergeben ([Abb. 28]).
Abb. 29. Jack Walker: Wenn ich nur den anderen Stiefel auch anbekäme!
(Daily Graphic, London.)