Hand in Hand damit gehen zahlreiche Spottbilder gegen die „hyphenated americans“. So nennt man drüben die Irisch-Amerikaner, Italo-Amerikaner, besonders aber die Deutsch-Amerikaner, also die Leute mit dem Bindestrich (hyphen); sie werden als Bürger zweiter Klasse betrachtet, weil sie nicht als „reine Amerikaner“ gelten, besonders die „Dutchmen“ (Spottwort für die Deutschen). Gegen sie wendet sich die Presse der Kriegshetzer. In New York ist kürzlich sogar ein Theaterstück „The Hyphen“ gegeben worden, das ein ganz blödes Machwerk der Deutschenhetze darstellte. Autor und Direktor, J. Miles Forman und Charles Frohmann, gingen ein paar Wochen später mit der Lusitania unter. Es konnte sich übrigens nicht lange auf dem Spielplan halten, obgleich die Reklame dafür sehr geschickt eingeleitet worden war. — Gegen die hyphenated americans richten sich also zahlreiche Karikaturen. Meist sitzen die Hyphenated auf einer Mauer und wissen nicht, nach welcher von beiden Seiten (Germany oder United States) sie sich wenden sollen, oder sie erscheinen halbiert und singen rechts „Deutschland über alles“, links „The Star Spangled Banner“ ([Abb. 51]). Im Sommer 1915 mehrten sich die Karikaturen auf William Jennings Bryan, dem man allzu große Deutschfreundlichkeit vorwirft ([Abb. 53], [54], [58]). Daß Bernstorff, Dernburg und der in den letzten Monaten oft genannte österreichisch-ungarische Botschafter Dumba im Spottbilde eine große Rolle spielen, versteht sich von selbst ([Abb. 52]).

Abb. 52. Karikatur auf Dumba, Dernburg und Bernstorff.

(Sidney Greene in „Evening Telegram“, New York.)

Abb. 53. Bryan in seiner neuen Uniform.

(„Inquirer“, Philadelphia.)

Abb. 54. Amerikanische Karikatur auf Bryans Deutschfreundlichkeit.

(Constitution, Atlanta.)