Aber auch hier muß der Wahrheit gemäß berichtet werden, daß es unter den „echten“ Amerikanern viele gibt, die mutig für Deutschland eintreten. Gegen die Kriegshetzer schreibt unter anderem witzig das sozialistische „Appeal to Reason“ den Amerikanern ins Stammbuch: „Wenn Sie den Krieg lieben, ziehen Sie einen Graben in Ihrem Garten, füllen ihn halb mit Wasser, kriechen hinein und bleiben dort einen Tag oder zwei, ohne etwas zu essen; bestellen Sie sich weiter einen Geisteskranken, damit er mit ein paar Revolvern und einem Maschinengewehr auf Sie schieße, dann haben Sie etwas, das gerade so gut ist und Ihrem Lande eine Menge Geld erspart.“

Eines imponiert den Amerikanern: die deutsche Organisation. Man kann das gerade an den Karikaturen der Tageszeitungen wieder deutlich feststellen. J. M. Allison, einer der Kriegskorrespondenten des nichts weniger als deutschfreundlichen „New York Sun“, der dem Einmarsch der deutschen Truppen in Ostende als Augenzeuge beigewohnt hat, schildert das, was er gesehen, den Lesern seines Blattes in einem Bericht, der sich über die Ordnung, Manneszucht und Organisation der deutschen Armee mit Worten uneingeschränkten Lobes ausspricht. „Seit ich die Besetzung Ostendes durch die Deutschen erlebte,“ schreibt Allison, „bin ich ein gläubiger Bekenner des Wahrheitssatzes, daß es in der Welt nur drei vollkommene Organisationen gibt: die katholische Kirche, die Standard Oil Company und die deutsche Armee.“ Aus dem „Evening Sun“ stammt auch die in [Abb. 46] wiedergegebene Karikatur aus dem Anfang des Krieges von Robert Carter „More news and not quite so thin“, eine Satire gegen Englands falsche Nachrichten.

Abb. 55. Jack Walker: Die russische Dampfwalze.

(Daily Graphic, London.)

Neben Robert Carter steht der originelle Sidney Greene. In „The Bread Line“ knüpft der Zeichner an den Gebrauch großer New Yorker Bäckereien an, die gegen Mitternacht, besonders im Winter, Brot an die hungrigen Armen verteilen lassen, die sich dabei hintereinander anstellen müssen. Eine solche „Brotlinie“ werden nach seiner Meinung vielleicht auch die europäischen Mächte bilden, wenn ihnen die Nahrungsmittel ausgehen und sie Amerika um Unterstützung angehen müssen. Greene zeichnete auch ein Kinotheater, genannt „Theatre de l’Europe“. „Greatest war scenes in history“, die größten Kriegsereignisse der Welt werden vorgeführt. Ein Plakat zeigt die Hauptdarsteller, die „principals“, und unter ihnen sofort ins Auge fallend den deutschen Kaiser. Italien überlegt sich, ob es teilnehmen soll oder nicht. Der Tod sitzt an der Kasse, und da fällt die Entscheidung schwer. Inzwischen ist Italien doch eingetreten, und der Tod hat reichliche Ernte gehalten. —

THE KNOTTY DACHSHUND

Abb. 56. Sidney Greene: Der Dachshund mit den Knoten.

(Evening Telegram, New York.)