Den „Dachshund“ (das Wort ist ganz in den englischen Sprachgebrauch übergegangen) findet man häufig als „Vertreter“ Deutschlands. Besonders in England und Amerika treffen wir die Dackel in Scherzbildern, die sich mit deutschen Angelegenheiten befassen. Die „Fliegenden Blätter“ könnten gelb werden vor Neid! So zum Beispiel in dem Karton von Jack Walker aus dem „Daily Graphic“ in London ([Abb. 55]). Das war noch zur Zeit, als man in England seine Hoffnung auf die russische Dampfwalze gesetzt hatte. Aber wir haben die vom Zeichner ironisch aufgestellte Warnung „Beware of steam roller“ („Achtung, Dampfwalze!“) befolgt, wenn auch in anderer Weise, als den Engländern lieb war. Das gleiche Thema behandelt, künstlerisch aber weit bedeutender, die Zeichnung von Marcel Bloch in der „Guerre sociale“ ([Abb. 57]). Mit innigem Behagen und einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit gegen unser Heer und seine Führer im Osten betrachten wir diese Blätter heute, wo längst der Große Bär in den Wendekreis des Krebses getreten ist, oder, um deutsch zu reden, Rußland kehrt gemacht hat und immer weiter nach Osten weicht.
Abb. 57. Marcel Bloch: Die russische Dampfwalze.
(La Guerre sociale, Paris.)
Einen Dackel zeichnet auch Sidney Greene ([Abb. 56]); er hat sich reichlich übernommen. Aber die Dackel sind ja kluge Tiere: er wird mit den vielen Knoten (Knoten im doppelten Sinne) schon fertig werden! Die Dackel folgen bekanntlich nie. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb uns die Engländer so darstellen: wir sind ja ihren Wünschen auch nicht gefolgt. Englische und französische Überpatrioten hatten am Anfang des Krieges verlangt, man solle die (besonders in England viel gehaltenen) Dackel als „boches“ töten und ausrotten. Dann erfuhr der „Dachshund“ aber eine „Ehrenrettung“ durch „Daily Mail“, die herausbrachte, daß sich Dackel schon auf altägyptischen Denkmälern dargestellt finden.
Abb. 58. Bryans Entwicklung zur Friedenstaube.
Amerikanische Karikatur.
Eine der gelungensten Zeichnungen Greenes ist die Kluckhenne ([Abb. 45]). Kluck hat einen großen Sieg errungen. Es entstand die Frage: „Can he hatch it?“ Kann er ihn ausbrüten, das heißt: ausnutzen in Anbetracht der zahlreichen Waffen, die ihn umstarren?
Durch spöttische Bemerkungen machen sonst ganz in englischem Fahrwasser schwimmende Blätter gegen englische Nachrichten und die irrsinnigen Redewendungen mancher Redakteure mobil, deren Sprache als „Desperanto“ bezeichnet wird. Einen geistvollen Aphorismus, der die englische Politik vortrefflich kennzeichnet, brachte die „Deutsche Zeitung“ in Charleston: „This war was not made in Germany, but ‚made in Germany‘ is the cause of it!“ („Dieser Krieg wurde nicht in Deutschland gemacht, aber ‚made in Germany‘ ist die Ursache davon“).