[a]21. Kapitel.]
Der Zwinger, die Hütte, das Lager.

Ein altes Wort sagt: „Einmal Hundefreund, immer Hundefreund.” Zu einem Dauerzustand für das Leben lohnt es auch ein Dauerheim zu schaffen, da aus dem Hundebesitzer, dem erfolgreichen Aussteller, sehr oft der Züchter wird, der die häufigen Bitten aus Freundeskreis nach einem Abkömmling seines Musterhundes erfüllen will. Bei einem Einfamilienhaus, sei es Stadtmiethaus oder Eigentum vor der Stadt, sollte der Zwinger nicht fehlen. Er erleichtert die Haltung, ermöglicht die Zucht, hilft Haus und Wohnung sauber halten, wenn der Hund nach Spaziergang bei Regen oder Schneeschlamm naß heimkommt und vor Einlaß in das Haus eine Stunde auf reichlichem Strohlager trocken und sauber geworden. Die läufige Hündin ist dort während der Zeit, in der jede zum Entweichen neigt, sicher bewahrt. Die Zuchthündin kann dort in Ruhe werfen und mit den Welpen bleiben, bis sie anfangen selbst zu fressen und weggegeben werden. Auch in einer Villa mit 2—3 Wohnungen erspart ein schlichter Zwinger viel Beschwerden wegen beschmutzter Treppenhäuser, und die im Verhältnis zu dem Luxus eines Hauses ganz geringfügigen Kosten für einen Hundezwinger werden reichlich ausgewogen. In manchen Großstädten verbieten die Besitzer die Haltung eines größeren Hundes; ein

Zwinger würde diese Härte überflüssig machen. Die sehr hohe Zahl der Familienhunde in England, das Fehlen von Kreuzungen und wertlosen Straßenkötern geht sicher auf Konto der Zwinger beim englischen Familienhaus als bequeme Unterbringung und Bewahrungsmittel der Hündinnen vor Fehltritten. Der Zwinger lehnt sich am besten an eine geschützte Mauer in Nordost, er habe möglichst viel Sonne, der Boden muß unbedingt betoniert, undurchlässig, also waschbar sein, da er sonst nach kurzer Zeit verseucht und übel riecht. Auch würde auf durchlässigem, feuchtbleibendem Boden der Holzzwinger rasch unten verfaulen. Die Betonunterlage etwas höher als der Hof und leicht schräg geneigt von der Mauer weg, damit Regen schnell abläuft. Eine rechtwinklige Ecke des Hofes oder an Hausrückwand angefügt, macht nur zwei Gitterseiten nötig und gewährt mehr Wetterschutz, ist auch leichter stabil anzulegen. Das Gitter vorn mit Tür, aus Eisenstäben, die nur einmalige Ausgabe sind, die Enden nach Innen gebogen, was Überspringen oder Klettern verhindert. Drahtgeflecht rostet zu rasch und läßt sich dagegen nicht durch Anstreichen schützen. Für mittelkleine Rassen unter Stuhlsitzhöhe ist der Zwinger entbehrlich, höchstens für den Züchter solcher (z. B. Foxterriers) nötig. Also sei er gleich so groß angelegt, daß ein Mann mit gebücktem Kopf darin stehen kann. Eine geräumige Hütte aus Hartholz, mit heißem Leinöl getränkt und mit Ölfarbe gestrichen, genügt auch; das Holz innen und außen glatt behobelte, sogenannte Nut- und Federbretter, von außen mit Decklatten an den Fugen benagelt. Kein Satteldach, sondern ein glattes, schräges Dach mit Dachpappe benagelt zum Aufheben. Bei großer Kälte läßt sich leicht innen auf Leisten ein zweites Dach nur aus Brettstücken auflegen und damit die Höhe reduzieren. Ähnlich soll ein von unten wärmender Doppelboden nicht fehlen, der Zwischenraum mit Torfmull gefüllt. Dieser hält warm; saugt Feuchtigkeit geruchlos auf. Als Windschutz wird bei Kälte ein Sack vor den Einschlupf gehängt, den der Hund beim Einkriechen

verschiebt. Der Zwinger sei eine vergrößerte Hütte mit Tür; in diese kommt das Einschlupfloch, durch ein herablaßbares Fallbrett verschließbar, wie an Hühnerhäusern üblich. Innen dient eine erhöhte Pritsche mit reichlich Stroh als behagliches Lager. Das Verbringen in Zwinger oder zur Hütte soll nie eine Strafe sein, wird auch nach Rückkehr von Spaziergang als solche nicht empfunden, zumal nach 12—1 Stunde die Erlösung zur Futterstunde schlägt. Gelegentlich wird auch das Futter in den Zwinger gebracht oder dient er als Nachtaufenthalt. Die tragende Hündin wird schon 14 Tage vor dem Wurftage an den Zwinger allmählich gewöhnt, indem sie dort ihre Mahlzeiten erhält. Die Gittertür ist nach Innen, die des Hauses nach Außen zum Öffnen. Gegen unbefugtes Füttern, Zustecken von Knochen schützt, wenn nötig, ein von außen an das Gitter mit Bindedraht befestigtes Geflecht. Da der Zwinger für den Familienhund niemals ständiger Aufenthaltsort sein soll, weil er dort verdummt und seinem Zweck als Gesellschafter und Wächter entzogen würde, ist kein kunstvoller Steinbau nötig. Dient der Zwinger als Wurfraum, so ist in diesem mit etwa 12 cm breiten, 20 mm starken Brettern ein Wurfplatz abzugrenzen, benutzt man dazu die Hütte, so wird mit ebensolchem Brettstück nach vorn zum Einschlupf abgegrenzt, damit die Welpen nicht herausfallen können und auch nicht zu nahe vorn am Eingang liegen.

Ein Lager in der Wohnung muß jeder Hund haben, besser noch ein solches im Zimmer und ein zweites im Vorhaus (Treppenhaus des Einfamilienhauses). Fehlt es, so suchen die Hunde, deren Bauchseite dürftig behaart, aus Wärmebedürfnis Polstermöbel auf. Alle Hunde, die auf blanker Erde oder Holzboden beständig liegen, bekommen häßliche, kahle Liegebeulen an den Ellenbogen. Für kleine Rassen genügt als Lager eine Kokosmatte. Für größere bewährt sich am besten eine Matratze, mit Seegras gefüllt, vom Tapezierer in Form solid durchgenäht, aus Gründen der Reinlichkeit mit abzuknöpfendem Überzug, die Ösen zum Knöpfen aus Leder

unterhalb der Matratze zu befestigen, damit sie der Hund nicht aus Langeweile nachts annagt. Aus Verdoppelung (Zusammennähen) zweier Stücken eines ausgedienten Teppichs kann man auch für mittelgroße Rassen ein Lager stabil herstellen. In vielen Geschäften sind fertige Hundelager für kleinere Schläge erhältlich, die aus Eisenrahmen mit starkem Drellbezug bestehen; in diese gehört aber unbedingt eine genau dazu passende Kokosmatte. Körbe in flacher Form empfehlen sich nur für kleine Tiere; das darin liegende Kissen muß jeden Morgen sauber ausgeschüttelt werden. Für Hausflur oder Treppenhaus kann man mit 4 Eckpfosten, 4 Brettstücken von etwa 15 cm Breite und darunter Bodenbretter eine erhöhte Pritsche von etwa 30 cm Höhe, für mittlere Rassen (50x75 Bodenfläche) sehr leicht zusammennageln. Als Lager eine genau hineinpassende Matratze. Hütten im Haus oder Schlafkisten verhindern die Hautausdünstung und sperren den Hund ab, mit abschließbarer Tür mögen sie höchstens vorübergehend zur Erziehung dienen, wenn ein Junghund nachts nicht zimmerrein ist oder man gezwungen ist, ihn öfter allein im Hause zu lassen und fürchtet, daß er diese Zeit zum Anbeißen von Gegenständen mißbraucht. Für kleinste Nassen eignen sich dazu sehr gut die sogenannten Bruthäuschen für Hühner, die vorn mit aufklappbarem Drahtgeflecht versehen sind. Dauernd sollten sie aber nicht nötig und durch gute Erziehung überflüssig gemacht werden.

[a]22. Kapitel.]
Die Läufigkeit der Hündin, der Zuchtrüde.

Im allgemeinen gehört die Hündin nicht in Laienhände, am wenigsten in der Mietwohnung und Großstadt. Man lasse sich also nicht zur Anschaffung eines weiblichen Welpen verleiten; nur wer schon mit Hundehaltung vertraut ist und genügend Platz mit Sonne und Auslauf zur Ver

fügung hat, darf an Erwerb einer Zuchthündin denken. Aus der Stadt, dem Miethaus sollten alle Hündinnen ganz verschwinden, so daß weder sie noch ihre Witterung anzutreffen ist, dann würden wir treuere, weniger rauflustige Rüden haben, keine häßlichen Bilder mehr sehen, die Hundefeinden — das sind jene, die den Hund nicht kennen — den Vorwand zur Agitation bieten. Obschon unsere Forschungen in dieser Richtung noch nicht geschlossen, möchten wir behaupten, daß mit Abschaffung der herumlaufenden Hündinnen die Tollwut verschwinden wird, die immer aus dem Osten nach Europa hereingebracht wird. Aus den Ländern der halbwildlebenden Straßenhunde. Für Hündinnen, die nicht im Besitz eines Züchters, ausgewiesen durch das stammbuchmäßige, anerkannte Züchteraffix, sollte die 3 fache Hundesteuer erhoben werden. Hündinnen sind weder treuer noch leichter zu dressieren, das Nachlaufen der Rüden hinter Hündinnen würde abnehmen, wenn es weniger und nur gut behütete Hündinnen in Züchterhänden gäbe. Hat man aber als Geschenk doch eine Hündin erhalten, so ist zu beachten, daß diese erstmals mit 7—9 Monaten hitzig (läufig) wird, sodann mit Pausen von etwa 5—6 Monaten zweimal im Jahr. Infolge Blutandranges nach den Genitalien schwellen diese an, während der ersten 9—12 Tage findet eine Blutabsonderung statt, die während der zweiten Hälfte der Hitze in einen helleren Ausfluß übergeht. Die Witterung des Zustandes wird vom Rüden schon einige Tage vorher wahrgenommen; doch pflegen Hündinnen den Rüden während der ersten Tage abzuweisen. Trotzdem ist es auf alle Fälle nötig, die Hündin vom ersten Tage an sorgfältigste zu behüten, sie nie allein hinauszulassen und auch beim Hinausführen an die Leine zu legen. Wo es räumliche Verhältnisse gestatten, läßt man sie während dieser Tage nur in Hof oder Garten oder trägt die kleine Hündin auf dem Arm in eine ruhige Seitenstraße morgens früh und spät abends, damit möglichst wenig Spuren zum und in das Haus führen,

dessen Tür tunlichst geschlossen gehalten wird. Trotz aller Vorsicht läßt es sich schwer vermeiden, daß während dieser Tage das Haus von schlecht behüteten Rüden der Nachbarschaft belagert wird. Mit Gummischleuder (grobe Schrotkörner), Wasser, Peitsche muß man eben sehen die Zudringlichen zu vertreiben. Beim Ausgehen wird das Halsband gut gesichert und zur Abwehr von Rüden die Peitsche mitgenommen. Besser zu viel Vorsicht als zu wenig. Der Zustand ist ein pathologischer, und viele Hündinnen suchen zu entweichen, solche hängt man am Lager an die Kette, wenn man das Haus verläßt. Kommt es trotz Vorsicht zu ungewollter Verbindung, wobei der Rüde auf Dauer von 20 bis 30 Minuten fest mit der Hündin körperlich verbunden ist, so unterlasse man jeden Versuch gewaltsamer Trennung, stelle das Paar abseits vom Verkehr und warte geduldig das Ende ab. Soll aber die ausgewachsene Hündin (nicht vor 1 12 Jahr) belegt werden, so geschieht das etwa am 13. oder 15. Tag der Hitze. Der Gesundheit schadet es nicht, wenn eine Hündin nie zur Zucht verwendet wird; doch ist es gefährlich, sie erst mit 3—4 Jahren oder später decken zu lassen, da die Genitalorgane dann oft nicht mehr elastisch genug sind. Kastrieren entwertet, führt zu Fettsucht und Temperamentlosigkeit. Wird man als Besitzer eines , schönen Rüden gebeten, dessen Tätigkeit für eine vollwertige Rassenhündin zur Verfügung zu stellen, so mag, falls Bedenken wegen der Persönlichkeit des etwa unbekannten Besitzers nicht vorliegen, dem Gesuch stattgegeben, nur soll die Hündin zum richtigen Zeitpunkt ins Haus gebracht werden. Führt man den Rüden zur Hündin, so steht zu befürchten, daß der Rüde die nächste Gelegenheit zum Entweichen ergreift, und die Hündin sucht. Während des Deckakts soll der Besitzer seine Hündin an kurzer Leine halten; einmaliges Belegen genügt. Vor vollendeter systematischer Dressur, vor allem vor zweitem Lebensjahr sollte ein Rüde nicht, oder höchstens ausnahmsweise zur Zucht verwendet werden. Geschieht es überhaupt