Dann plötzlich blieb er stehen, und im nächsten Augenblick gab es einen fürchterlichen Krach; mit dem dicken Knotenstock hatte er in einen der hohen Spiegel hineingehauen, die vorn in den Zimmern hingen.

»Siehste du!« kreischte er, und während das klirrende Glas zu Boden rauschte, stieß er ein Gelächter aus, daß den beiden Frauen die Haare zu Berge stiegen.

Weiter gingen die Schritte, Stühle flogen beiseite, Tische schmetterten zu Boden, wie wenn ein Ungeheuer durch die Zimmer stapfte und alles hinwegschleuderte, was ihm in den Weg kam. Im nächsten Zimmer war wieder ein Spiegel zwischen den Fenstern – klirr – ging der Knüppel hinein und – klirr – kam das splitternde Glas herunter. Wieder kam das »siehste du!« wieder das gellende Lachen und das wahnwitzige Schwatzen: »Tot muß sie sein! tot muß sie sein! muß sie sein!«

Jetzt war kein Zweifel mehr, auf das Schlafzimmer kam er zu.

»Frau Baronin!« sagte das Mädchen, indem es, kreideweiß im Gesicht, auf die Füße sprang.

Anna saß wie leblos.

»Frau Baronin!« sie schüttelte sie an den Schultern, »um Jesus und aller Heiligen willen, kommen Sie fort!«

Mit einem Griff packte sie Anna um den Leib, riß sie vom Stuhle auf und zog sie aus dem Schlafzimmer in ihre nebenanstoßende Kammer, deren Thür sie hastig von innen verriegelte.

Es war höchste Zeit gewesen.

Im Augenblick, als sie sich hinter die Thür gebracht hatten, erdröhnten die Schritte in Annas Wohnzimmer, und im nächsten Augenblicke erschien auf der Schwelle des Schlafgemachs eine grauenvolle Gestalt, die Gestalt eines Wahnsinnigen, Tobsüchtigen, des alten Johann.