In der Linken hielt er die Laterne hoch, dann hörten die Frauen, die sich draußen zähneklappernd an die Thür drängten, seine Stimme, die jetzt pfeifend, in schneidenden Fisteltönen herauskam: »Siehste du, Kurnallje! Itze hab' ich dich!«
Dann ein Sausen durch die Luft und ein schwerer schmetternder Streich; sein Stock hatte mit aller Gewalt in Annas Bett hineingeschlagen. Die gepolsterte Rolle die unter Annas Kopfkissen gelegen hatte, war während des Kampfes verschoben worden und lag jetzt mitten im Bett. Die längliche runde Gestalt des Polsters täuschte seinen wahnsinnumnachteten Sinnen vor, daß die junge Frau selber vor ihm läge; auf sie hatte er eingehauen.
Ein wütendes Lachen folgte dem Streiche.
»Hat's gut gethan? Hat's gut gethan?«
Dann wurde seine Stimme undeutlich und verworren, als hätte er einen Brei im Munde, den er nicht mehr zu Worten zu zerkauen vermochte, wie die Stimme eines bösen Hundes, den die Wut so übermannt hat, daß er nicht mehr bellen kann.
»Noch leben willst de? Noch mucken willst de? Tot mußt de sein! Tot mußt de sein! mußt de sein!«
Und »krach«, »krach« und »krach« wie eine schaudervolle Begleitung zu den schaudervollen Worten schmetterte der Stock wieder, wieder und wieder in das Bett hinein.
Nun schien er befriedigt.
Ein langgezogenes »so – siehste itze war's recht«, dann noch ein wortloses unverständliches Wühlen und Rumoren, und dann vernahmen die Frauen, wie er stampfenden Schrittes, so wie er gekommen war, das Schlafzimmer wieder verließ.
Was that er jetzt? Wo ging er hin? Den Finger auf den Mund gelegt, bedeutete das Mädchen Anna, daß sie sich ruhig verhalten, daß sie zurückbleiben sollte, dann öffnete sie leise, leise, die Thür, streifte die Schuhe ab und schlich barfuß dem Alten im Dunkel nach. Nach längerer Zeit erst kam sie zurück.