Eberhard stierte ihn an.
»Fortgegangen?« fragte er tonlos.
Jetzt kam der Alte von der Thür zurück, setzte die Platte wieder auf den Tisch und sah grinsend auf ihn herab.
»Tot ist sie! Was haben Sie denn auch gedacht?«
Eberhards Kniee zogen sich wie im Krampfe empor, sein Mund ging auf, als wenn er nach Luft schnappte, er stopfte beide Fäuste in den Mund, dann fiel sein Oberleib vornüber, so daß seine Brust beinah die Kniee berührte. Ein konvulsivisches Zucken ging durch seinen Körper.
Wie ein Teufel stand der Alte neben ihm.
»Das alles,« sagte er mit eiserner Stimme, »habe ich Herrn Baron zuvor gesagt, Herr Baron haben nicht hören wollen.«
Eberhard gab keine Antwort. Er hatte die Hände unter den Kopf gestützt, er dachte nach. Merkwürdig – mitten in der Zerrüttung seiner Seele fühlte er deutlich, daß er ganz klar dachte. Der ganze gestrige Abend war ihm gegenwärtig, alle Einzelheiten standen vor seiner Seele. Mit einem Ruck warf er den Kopf auf.
»Aber als ich sie zuletzt sah, war sie nicht tot,« sagte er.
Es war ihm plötzlich in Erinnerung gekommen, daß als er aus dem Bibliotheksaale ging, Annas lebloser Körper sich zu regen begonnen hatte.