Der Alte that einen Schritt zurück; seine herabhängenden Hände ballten sich. Wollte der elende, verrückte Mensch da sich unterstehen, ihm zu sagen, daß sie nicht tot wäre? Es kam ihm vor, als sollte er um sein gutes Recht bestohlen werden.
Eberhard hatte sich erhoben.
»Wo ist meine Frau?« fragte er keuchend.
»Tot ist sie!« brüllte ihm der Alte ins Gesicht. »Und das hab' ich Herrn Baron immer gesagt, und Herr Baron haben nicht hören wollen, und nun ist es gekommen, wie ich's gesagt habe! Und wenn Herr Baron mir nicht glauben wollen, dann ziehen Herr Baron sich an und kommen mit hinunter; will ich Herrn Baron zeigen, allwo daß sie da unten liegt!«
Eberhard drückte beide Hände an den Kopf.
»Gib mir meine Sachen!« sagte er dann, »gib mir meine Sachen!«
In fliegender Hast kleidete er sich an.
»Also jetzt,« sagte er dann, »vorwärts!«
Schwankenden Schritts trat er auf den Flur, am Geländer sich haltend, wie ein Greis, arbeitete er sich, Stufe nach Stufe, die Treppe hinunter, und so ging es weiter, bis in den Garten hinab.
Der Alte faßte ihn unter den Arm, weil er seine hülflose Schwäche sah. Eberhard machte eine Bewegung, als wollte er es nicht dulden, aber die Zeit war vorüber, da er zu gebieten hatte.