Zunächst sprach keiner von beiden ein Wort; eine schwüle, beängstigende Stille trat ein. Dann erhob der alte Johann wieder die Stimme.

»Und wenn gnädiger Herr heiraten, thut es gnädigem Herrn nicht gut.«

Der Baron erwiderte nichts; er gab überhaupt kein Zeichen, als hätte er gehört.

»Und wenn ein Fräulein kommt,« fuhr der Alte fort, »und will den gnädigen Herrn heiraten, weil das Fräulein Frau Baronin werden möchte und reich werden möchte, weil sie selber nichts hat –«

Jetzt richtete der Baron das Haupt auf; seine Hand griff in den Stoffüberzug des Sessels, man sah, wie sie sich hineinkrallte, seine Augen drehten sich zu dem Alten herum, mit einem gefährlichen Ausdruck. Der Alte aber hörte nicht auf, wollte nicht aufhören; indem er des Mädchens gedachte, war es, als überkäme auch ihn eine dumpfe, schwälende Wut. Seine Augen unterliefen rot. »Dann ist das nicht recht von dem Fräulein,« polterte er rauh und rücksichtslos heraus.

In diesem Augenblick rollte der Stuhl, auf welchem der Baron gesessen hatte, bis mitten ins Zimmer; mit einem jähen Satze war der Baron aufgesprungen.

»Mach, daß du 'rauskommst!« brüllte er den Alten an. Der Alte stand wie an den Boden gewachsen.

»Gnädiger Herr dürfen nicht heiraten,« sagte er.

»Halt 's Maul und mach, daß du 'rauskommst!« donnerte der Baron noch einmal. Seine Hände flogen, sein Körper erbebte konvulsivisch. Es war aber, als wenn seine Aufgeregtheit den andern nur um so eisiger erstarren machte.

»Ein Arzt hat mir gesagt, der jetzt tot ist, wenn gnädiger Herr heiraten, werden gnädiger Herr jemand umbringen.«