»Das ist ja alles ganz prachtvoll,« fuhr sie fort, »und die eingepreßten Goldmuster geradezu kostbar, aber siehst du, ich bin nun einmal ein Kind unsrer Zeit und möchte es gern ein bißchen heller haben und freundlicher.«
Der Baron machte ein Gesicht wie ein vergnügtes Kind.
»Aber Anna,« rief er, »das ist ja mein Gedanke gewesen von Anfang an! Alle Zimmer miteinander möchte ich umtapezieren lassen, damit mehr Licht in die alte Finsternis kommt. Und in Breslau habe ich ein Muster gesehen, weißen Untergrund mit goldenen und blauen Blumen, etwas reizend Freundliches, den suchen wir uns, gleich morgen, nicht wahr?«
Sie nickte ihm zu.
Er ergriff ihre Hände. Es sah aus, als wolle er sich bei ihr bedanken.
»Und andre Möbel darf ich dir auch hineinstellen? Nicht wahr? Diese alten, schweren Sessel mit den riesigen Lehnen, diese bauschigen Sofas, das ist doch alles nichts für dich? Nicht wahr? Etwas recht Zartes, Luftiges und Duftiges suchen wir uns aus, das erlaubst du mir? Nicht wahr? Hast du Rosenholz gern?«
Sie sah ihm in die Augen und neigte das Haupt.
»Alles, was dir gefällt, wird auch mir gefallen, und was du mir schenkst, nehme ich gern.«
Ein Freudenschein zuckte über sein Gesicht. Er machte eine Bewegung, um sie zu küssen, bevor er aber dazu gelangte, bog er den Kopf wieder zurück. Der ängstliche Ausdruck, mit dem er sie ansah, verriet, daß er sich nicht getraute. Er dachte an den Auftritt von vorhin.