An Teppiche war ja noch gar nicht gedacht worden, und als auch diese besorgt waren, fiel es ihm ein, daß Portieren über den Thüren, Gardinen und Vorhänge vor den Fenstern fehlten.

Anna ergab sich lachend. Der Rausch, der ihn erfüllte, teilte sich ihr allmählich mit; die täglichen Rundfahrten und Einkäufe fingen an, ihr gar nicht übel zu gefallen. Es war ja, als wenn sie das Märchen vom »Tischlein deck' dich« leibhaftig erlebte; kaum daß sie einen Wunsch gedacht hatte, war er schon erfüllt. Und wie unter seinen leidenschaftlichen Küssen ihr Blut in immer heißeren Wellen zu rollen begann, war es, als reckte und streckte sich ihre ganze Persönlichkeit; aus der unscheinbaren Hülse des kleinen Mädchens blühte die Jungfrau auf.

An einem dieser Tage, als sie durch Blumen- und Samenhandlungen gestreift waren, um Sämereien für den Garten zu kaufen, und nun wieder im Wagen saßen, rückte er, den Arm um sie geschlungen, dicht an sie heran.

»Weißt du,« flüsterte er ihr ins Ohr, »nun hätte ich eine große Bitte.«

Sie lächelte vor sich hin; sie wußte ja, daß, um ihm etwas zu geben, sie nur still zu halten brauchte und zu nehmen.

»Was denn also?« fragte sie.

»Siehst du, ich habe mir das in meiner Phantasie so ausgedacht: Wenn ich dich so in den Armen halte und an mir fühle, komme ich mir vor, wie ein Gärtner, der eine Blume groß zieht. Den Winter hindurch hat meine Blume ihr altes, unscheinbares Gewand getragen, aber nun wird es Frühling, siehst du, und da ist es doch in der Natur geboten, daß sie sich anders und reicher und schöner kleidet? Nicht wahr?«

Anna senkte die Augen und sah stumm an sich hernieder. Aermlich genug war sie ja freilich angezogen.

»Und siehst du,« fuhr er fort, »was ich dich nun bitten wollte: daß wir morgen in Kleiderhandlungen und Modemagazine gehen und uns Stoffe aussuchen zu Kleidern für dich, wie sie dir gefallen und am besten stehen?«

Sie errötete in Scham.