»Aber, Eberhard,« unterbrach sie ihn, »ich drehte dir doch den Rücken zu und habe kein Wort gesagt?«
»Das weiß ich ja,« erwiderte er hastig, »das weiß ich ja, ich sage dir ja nur, wie es mir in dem Augenblick erschien. Und als ich das sah, siehst du, da mußte ich hinzuspringen und dich in die Arme schließen, und nun war mir's, als stände auch ich in der Flamme, und das Feuer schlug in mich hinein, daß ich fühlte, wie es in mir hinaufstieg, in die Brust, in die Augen, ins Gehirn, daß ich nichts mehr sah, nichts mehr hörte und nur noch fühlte, daß ich etwas in den Armen trug, etwas Köstliches, Göttliches, Unbeschreibliches, wie ich es nie im ganzen Leben noch gefühlt hatte, etwas Warmes und Weiches, und wie ich das so an meinem Leibe fühlte, da überkam mich ein Verlangen –«
Er brach plötzlich ab.
Anna wartete, daß er fortfahren sollte, aber er schwieg.
»Also –« forschte sie leise, »da kam dir ein Verlangen –«
Er wandte das Haupt zur Seite.
»Nein, nein,« sagte er, wie in Angst, »frage danach nicht.«
Sie blickte ihn von der Seite an; sie faßte seine Hand und drückte sie; dann schob sie ihre heiße Wange an seine Wange; die Neugier war zu mächtig in ihr geworden, sie mußte erfahren, was für ein geheimnisvolles Verlangen das gewesen war.
»Sag's mir doch,« hauchte sie, »sag's mir, ich bitte dich.«
Er wandte den Kopf zurück und drückte ihn an ihre Schulter, als wollte er sich verbergen, zugleich aber fühlte sie, wie seine Hände sich an ihren Leib preßten.