»Da überkam mich ein Verlangen,« sagte er dumpf, »dieses, was ich in den Armen trug, dies Köstliche, dies Warme, Weiche in meinen Armen zu zerdrücken, zu ersticken, zu zermalmen –«

Seine Stimme, anfänglich dumpf und schwer, war immer lauter geworden; sein Atem flog, und als er jetzt die flackernden Augen auf Anna richtete, sah es aus, als würde er sich von neuem über sie herstürzen, wie er vorhin gethan hatte. Von Annas Gesicht war die Röte jählings gewichen, unwillkürlich streckte sie, wie abwehrend, die Hände gegen ihn aus.

»Eberhard –« preßte sie hervor.

Im Augenblick, als er ihre erschrockene Stimme vernahm, ließ der Taumel von ihm ab; sein Körper sank kraftlos in sich zusammen. Er ließ die Arme an ihr niedergleiten, drehte sich im Sessel herum und legte das Gesicht auf die Stuhllehne.

»Warum fragtest du auch?« stöhnte er dumpf.

Anna stand vor ihm; sie fühlte sich so schuldig. Begütigend streichelte sie über sein Haar.

»Eberhard,« sagte sie, »sei doch nicht so außer dir; es war ja alles nur eine Einbildung.«

Er gab keine Antwort, aber er schüttelte das Haupt, daß es aussah, wie ein trostloses »Nein«. Dann sprang er auf, und beide Hände an die Schläfen gedrückt, ging er im Zimmer auf und ab.

Endlich blieb er stehen, plötzlich und wie mit einem Ruck. Sein Körper richtete sich straff empor, beide Arme streckte er vor sich hin, wagerecht und mit geballten Fäusten.

»Nein!« sagte er laut, »nein! nein!«