Eberhard von Fahrenwald stand ganz verlegen da.

Jauchzend flog sie ihm um den Hals.

»Eberhard, du? Du hast das gedichtet?«

Er hielt lächelnd ihr Haupt in seinen Händen.

»Gedichtet?« erwiderte er, »nun – jedenfalls siehst du, ein großer Dichter bin ich nicht.«

Sie blickte ihm in die Augen.

»Ach, siehst du, das ist nun wirklich ein ganz entzückender Gedanke von dir! Auf so etwas, siehst du, kann wirklich nur ein so guter Mensch kommen, wie du es bist! Nun aber mußt du mir den Kranz herunterholen, damit ich ihn bei mir aufhängen kann.«

»Aufhängen willst du ihn? Bei dir?«

»Ja!« erklärte sie. »Den hänge ich in meinem Zimmer, womöglich in meinem Schlafzimmer auf, und alle Abend, wenn ich zu Bette gehe, und jeden Morgen, wenn ich aufstehe, lese ich, was du geschrieben hast.«

»Gut,« versetzte er, »heute bekomme ich ihn nicht herunter, dazu braucht es eine Leiter, aber morgen soll er in deinem Zimmer sein.«