Kaum daß sie dann ihr Lager erreicht hatte, war sie schon eingeschlafen.

Einige Zeit später, sie hätte kaum sagen können, ob Stunden oder nur Minuten, wurde sie durch ein Geräusch geweckt, und als sie blinzelnd die verschlafenen Augen öffnete, bemerkte sie, daß ein Lichtschein im Zimmer war. Wie kam das? Sie hatte doch vor dem Einschlafen alles Licht gelöscht?

Indem sie sich allmählich ermunterte, sah sie, daß das Licht von der Thür herkam, und durch den blauseidenen Bettvorhang hindurch gewahrte sie eine dunkle Gestalt, die in der Thür stand. Genau zu erkennen vermochte sie nicht, wer es war.

»Bist du's, Eberhard?« fragte sie schläfrig.

Es erfolgte keine Antwort. Die Gestalt rührte sich nicht. Sie richtete sich auf den Ellenbogen auf.

»Eberhard, bist du's?« fragte sie noch einmal.

Jetzt kam die Gestalt mit einem Schritt heran, bis an das Fußende ihres Bettes, schlug den Vorhang zurück – ein Licht in Händen, stand ihr Gatte vor ihr, Eberhard von Fahrenwald.

Er gab keinen Laut von sich, seine Augen ruhten auf ihr, mit stierendem, beinahe gläsernem Blick.

Sie wußte nicht, was sie denken sollte, verwirrt schaute sie ihn an. Dann streckte sie den Arm nach ihm aus.

»Aber Eberhard – was machst du denn?«