Schwefelblüte

Novelletten. 2. Auflage

Hamburgischer Korrespondent: Diese kleinen, teilweise schon im Simplicissimus erschienenen Geschichtchen sind in dieser Einfachheit so spannend und unterhaltend geschrieben, daß man bedauert, sie so schnell durchgelesen zu haben. Jede einzelne von ihnen zeigt Freißler als amüsanten Plauderer, der die Schwächen, Fehler und Launen seiner Mitmenschen in geradezu diabolischer Weise bespöttelt. Den Banausen und Philistern versetzt er manchen Schlag. Trotzdem er voller Ironie und Sarkasmus steckt, weist er doch auch dem echten Humor seinen Platz an und entwirft harmlos ulkige Bilder. Die Knappheit der Handlung und des Stils werden den Leser erfrischen. Versteht der Verfasser es doch, durch seine glänzende Dialektik zu überzeugen und mit einzelnen Novelletten Hypochonder zum Lachen zu bringen.

Breslauer Zeitung: Ernst W. Freißler ist als E. W. Günter aus dem „Simplicissimus“ bekannt. Nun hat er sein Pseudonym gelüftet und seine kleinen psychologischen Feuilletons und die geistreichen, ironischen Menschenporträts, die man von ihm bereits kannte, gesammelt. „Schwefelblüte“ nannte er diesen Band, der eine nachdenkliche Stunde vermittelt. Freißler hat glänzende Mittel. Er verfügt über eine stilistische Gewandtheit, die ihn interessant darstellen läßt, aber auch über einen sprachlichen Reichtum, dem glänzender Arabeskenzierat bei der Abrundung und Ausschmückung seiner novellistischen Bilder gelingt.

Saale-Zeitung, Halle: Der Verfasser gibt Genrebilder mannigfaltigster Art. In diesen knappen Bildern zeigt sich die Begabung Freißlers am deutlichsten. Ein mit wenigen Strichen scharf umrissener Hintergrund, vor dem die mit kraftvoller Hand gezeichnete Studie sich markant abhebt.

Albert Langen, Verlag in München

Ernst W. Freißler

Der Hof zu den Nußbäumen
und andere Novellen

8. Auflage

Literarisches Echo, Berlin: Freißler vereinigt in dem schmucken Bändchen ein paar ernste und heitere Erzählungen. Die lustige Wirkung verdankt er seiner satirischen Sehschärfe und einem ironischen Erzählerton, der voll reizender Bosheiten steckt, weil er sich mit anscheinender Biederkeit gibt ... All diese Dinge erzählt Freißler unterhaltend, gewandt, auf das Psychologische bedacht, unterschiedlicher Töne fähig und mit guter Herausarbeitung des Effekts.