Das literarische Echo, Berlin: Hier wird die Fahrt der Brigg „Narzissus“ geschildert von einem, der dabei war. Conrad kennt die Menschen, die da aus aller Herren Länder zu einer Fahrt zusammengewürfelt werden zu der sonderbaren Kameraderie, wie sie nur an Bord möglich ist, in dem ungesprochenen Gelübde, dem stummen Glaubensbekenntnis, das die Besatzung eines Schiffes verbindet. Seine Menschen leben, und er sieht sie. Das sind die Heimatlosen, Unbehausten, jeder mit der Tragik, die ihm erlaubt ist. Kinder und verrucht, weichherzig und roh, fromm und vom Glauben an seltsame Gewalten erfüllt. Da ist kein Zug verzeichnet, alles ist echt und salzig.

Mit den Augen des Westens

Roman. 2. Auflage

Deutsch von Ernst Wolfgang Günter

Leipziger Neueste Nachrichten: Stofflich zeigt sich eine nicht unbedeutende Verwandtschaft mit Dostojewski, der auch seine Probleme aus dem unergründlichen Thema der verbrecherischen Seele geholt hat. Hier wird ein junger, russischer Student geschildert, der ganz durch Zufall mit einem von der Polizei gesuchten Mörder zusammenkommt; ihn erst beschützend, dann verratend von der Behörde als Spitzel engagiert wird, aber schließlich den hohen Entschluß faßt, diese innerlich unwahre und bedrückende Existenz zu enden. Zu feinen psychologischen Beobachtungen und Anmerkungen bietet solche Handlung natürlich reichlich Gelegenheit, und vor allem die packende und überzeugende Darstellung der seelischen Wandlung des Helden vermögen lebhaft zu interessieren. Eine auffallende Vertrautheit mit dem Charakter des russischen Volkes und Landes machen den Roman wertvoll.

Albert Langen, Verlag in München

Joseph Conrad

Das Duell

Novellen. 3. Auflage

Deutsch von Ernst Wolfgang Günter