Die Werke, auf die ich hier mit kurzen Bemerkungen eingehe, sind keine Lehrgänge und keine Vorlagewerke, sondern Anleitungen zur künstlerischen Auffassung der Kunst und der Natur, Werke, die dem Leser und Betrachter die Augen öffnen werden für die Schönheit des Geschaffenen ringsum.
Im Buchverlag der »Hilfe«, Berlin-Schöneberg, erschienen in den letzten Jahren zwei Bändchen, die man recht wohl als »Wegweiser zu künstlerischem Verständnis, Genuß und Geschmack« bezeichnen kann:
»Form und Farbe« von Friedrich Naumann (Preis 4 Mk.) und »Von der Natur zur Kunst« von Adolf Saager (Preis 4 Mk.).
Beide Arbeiten sind weniger für Künstler als vielmehr für Kunst- und Naturfreunde geschrieben und darum vor allem geeignet, den Laien allmählich überzuführen zu einer künstlerischen Auffassung seiner Umwelt.
Ist dies gelungen und sucht er nach einem reichen Anschauungsmaterial – die beiden genannten Bücher sind leider ohne Illustration –, dann vermögen zwei andere Werke reiche Anregung zu bieten:
»Elementargesetze der bildenden Kunst« von Hans Cornelius, Verlag B. G. Teubner-Leipzig (Preis geh. 7 Mk., geb. 8 Mk.), und »Linie und Form« von Walter Crane, Verlag Hermann Seemann Nachfolger-Leipzig (Preis brosch. 10 Mk., geb. 12 Mk.).
In beiden Werken finden vor allem die formalen Fragen künstlerischer Tätigkeit an der Hand von mehreren hundert Abbildungen eingehende Erörterung.
Wer sich den Blick an der klassischen Kunst vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende schulen möchte, dem sei die »Anleitung zu vergleichender Kunstbetrachtung« empfohlen, wie sie in dem reich illustrierten Bande »Sehen und Erkennen« von Paul Brandt gegeben ist. Verlag Ferd. Hirth & Sohn-Leipzig (Preis 5 Mk.).
Auch die prächtigen »Denkmäler griechischer und römischer Skulptur«, herausgegeben von A. Furtwängler und H. L. Urlichs, Verlag F. Bruckmann-München (Preis 4,80 Mk.), verfolgen ähnliche Ziele. Es sind nicht kunsthistorische Leitfäden, sondern künstlerische Anleitungen zum Verständnis und zum Genießen einer Welt, die den meisten Menschen ohne Führung unerschlossen bleiben müßte.