Zeugin: Das schon. Ihr Verhalten war darnach.
Vert. (zur V.): Sie sollen darnach getrachtet haben, Frau Landesschulinspektor zu werden.
Angekl. (energisch): Wenn die Sache nicht so traurig wäre, müßte ich lächeln. Aus welchem Grunde denn?
Staatsanwalt: Weil Sie ehrgeizig sind.
Angekl.: Es wäre doch kein anderes gesellschaftliches Milieu, in das ich kommen konnte. Mein Vater war Bezirkshauptmann und Herr Piffl ist Landesschulinspektor. Das ist doch ziemlich die gleiche soziale Stellung. Wäre ich so schlecht, wie man mich hinstellt, dann hätte ich eine Fürstin umgebracht, um eben Fürstin zu werden. (!)
Staatsanwalt: Auch der Bruder des Herrn Piffl, der Kardinal, hat fürstlichen Rang.
Angekl.: Frau Kardinal hätte ich doch nie werden können. (Lebhafte Heiterkeit.)
Nun wird der 56jährige gebrechliche Herr Piffl vernommen, der mit leiser Stimme aussagt. Er hält die V. in ihrem Berufe für sehr verwendbar und hochbegabt, er habe manchmal das Bedürfnis gehabt, sich mit ihr über pädagogische Themen auszusprechen.
Vors.: Haben Sie bemerkt, daß die Angeklagte ein besonderes sexuelles Interesse für Sie bekundete?
Zeuge: Mir ist das nicht aufgefallen.