Ferner berichtet die Mutter: Ihr Mann sei an Paralyse gestorben. Desgleichen eine Halbschwester des Vaters und deren Tochter, so wie ein Cousin, letzterer an Größenwahn.
Vert.: Also die ganze Familie durchseucht.
Vors.: Ihre Tochter ist ein Siebenmonatskind und hat alle Kinderkrankheiten durchgemacht?
Zeugin: Ja. In der Schule war sie immer die erste, sie war sehr fleißig und hat außerdem sehr leicht aufgefaßt. Sie war die jüngste Bürgerschullehrerin in Wien.
Vors.: Sie sagten, daß sie zwei Seelen in ihrer Brust hat. Was meinen Sie damit?
Zeugin: Sie war oft geistesabwesend.
Vors.: Im vergangenen Frühjahr soll Ihre Tochter plötzlich den Wunsch geäußert haben, in dem Zimmer, wo Sie sonst mit ihr schliefen, allein zu schlafen. Warum?
Die Zeugin schweigt.
Vors.: Wenn diese Frage Sie aufregt, gehen wir darüber hinweg. Sie leben jetzt achtundzwanzig Jahre mit Ihrem Kind zusammen. Wie erklären Sie es, daß dieses hochbegabte Mädchen zum zweitenmal im Schwurgerichtssaale erscheint?