Abb. 24. Hieronymus Bosch, Der Heuwagen. Hauptbild des Triptychons im Eskurial. (1,62×1,05.) Hierzu: Lafond, Hieronymus Bosch, und Dollmayer, Bosch und die Darstellung der vier letzten Dinge. Jahrbuch der K. K. Sammlungen des ah. Kaiserhauses XIX. (Wien.)
Abb. 25. Hieronymus Bosch, »Die Freuden der Welt«. Mittelteil eines Triptychons. Originalgemälde im Eskurial (2,20×1,95). Wohl aus Bosch's letzten Jahren. Varianten des Bildes in der Sammlung Cardon in Brüssel und in der Sammlung Moreno, Paris.
Abb. 26. James Ensor, Der Krieg. E. geb. 1800 in Ostende. Sein Vater Engländer, seine Mutter eine Belgierin. Wie Schongauer und Bosch, sind Ensor und Kubin Rasse- und Zeitverwandte. E. ist auch als Kolorist höchst interessant. P. Buschmann nennt ihn in jeder Hinsicht eine der differenziertesten und originellsten Persönlichkeiten der heutigen belgischen Schule. Die Abb. nach dem Werke: Herbert von Garvens-Garvensburg: James Ensor. Hannover 1913. Ludwig Ey.
Abb. 27. P. Breughel d. Ä., Der Triumph des Todes. Original im Pradomuseum, Madrid. (Holz: 117×162 cm.) Gemalt um 1565/66. Maeterlinck: »attristé par les malheurs de la patrie il sentait déja sa fin prochaine«. Kopien des Bildes in der Galerie Fürst Liechtenstein in Wien und beim Baron de Fierlant in Brüssel (? von Vinckboons). Nach Karl Kuhns Lichtdruck (München 1912.)
Abb. 28. P. Breughel d. Ä., Ein Dorf in Brabant. Kupferstich im Verlage H. Cocks. Blatt 11 aus der Folge: »Praediorum villarum«. (Bastelaer, Les estampes de B. Brüssel 1908. 44.) Den flandrischen Charakter in den Landschaften Boschs, des Vorläufers Breughels, rühmt Lafond.
Abb. 29. Pieter Breughel d. Ä., Das Hochzeitsmahl der Bauern. Originalgemälde im K. K. Hofmuseum in Wien. (114×163 cm.) Mehr als 40 Figuren von etwa ⅓ m Größe. Das Bild befand sich schon 1659 in der Galerie des Großherzog Leopold Wilhelm. Es geht hier bei aller nicht gefühlten Unbequemlichkeit kulinarisch so üppig zu, daß die Schüsseln gleich auf ausgehängten Türen herbeigetragen werden. Obwohl doch das Derbe zu betonen nahegelegen hätte, zeigt sich Breughel gerade hier als ein Maler frei von jeder Übertreibung. Er ist hier nur Tatsachenschilderer. Seine Bauernmalerei – also auch die der Kirmessen – ist frei von jeder Karikatur, von jeder sozialen Tendenz, frei von jeder Sentimentalität. Man darf nicht vergessen, wie groß der Abstand des jüngeren Teniers vom älteren Breughel. Vgl. R. van Bastelaer und de Loo, P. Bruegel d. Ä.
Abb. 30. Pieter Breughel d. Ä., Blinde, Blinde führend. Das Gleichnis nach Matth. XV, V. 14. Originalgemälde im Nationalmuseum zu Neapel. Signiert Bruegel M. D. LXVIII. – (86×154 cm.) Das gleiche Thema malten schon Massys und Bosch vor Breughel. Aber mit Recht nennt Bastelaer dies Bild das höchste Kunstwerk B.'s; Romdahl stellt es neben Lionardos Abendmahl. Der Sinn dieser monumentalen Schöpfung hat doppelte Tiefe: Es ist eine Allegorie auf die verworrene Zeit – es verbildlicht den ewigen Wahn in uns nicht sehenden Menschen, die doch wähnen Ziele zu sehen und führen zu können.
Abb. 31. Miniatur aus dem Turiner Gebetbuch. (Die Landung Wilhelms VI. von Bayern-Straubing-Holland. 1416.) Über die Landschaft am besten: Dr. Johanna de Jongh, Die holländische Landschaftsmalerei. Deutsch von Dr. Jeltes bei B. Cassirer, Berlin 1905.
Abb. 32. Jan van Eyck, Adam und Eva. 2 Flügelbilder vom Genter Altar. Die Originale im K. Museum in Brüssel (168×38 cm). Diese Bilder gaben dem ganzen Altar den volkstümlichen Namen. Das Bild wurde von Anfang an als Wunderwerk angestaunt. Es wurde nur hohen Herren enthüllt oder gegen schweres Trinkgeld gezeigt. – Die Inschrift, die Hubert größer nennt als Jan, ist aber doch eines der häufigen Beispiele aus der Kunstgeschichte, die die Größe der eigentlichen, starken Neuerer selten voll gewürdigt findet. – Vom Genter Altar in Gent jetzt nur die Mittelbilder von Huberts Hand. Die anderen Originale in Berlin und Brüssel. Die Bilderstürmer hätten das Werk beinahe zerstört. Kaiser Josef II. war entrüstet über die zwei nackten Gestalten. Sie wurden nun verschlossen gehalten. Die Mitteltafeln wurden – wie so vieles – 1794 von den Parisern entführt. 1816 erwarb das »barbarische« Berliner Museum die 6 Flügel rechtmäßig für 410 000 Frcs. von einem Privatmann. – Das erste Lobgedicht nennt den Altar treffend: »eine Himmelsgabe für das teure Flandern«. – Um das naturalistisch-oppositionelle für die Zeit zu empfinden, vergleiche man diese Akte mit denen der Brüder Limburg in den »Très riches heures du duc de Berry«. Auch dort wohl der modische dicke weibliche Bauch. Aber die Bewegungen sind geziert, die Glieder zierlich. Alles ist dort gerade im Akt auf den höfischen, verfeinerten Geschmack berechnet.
Abb. 33. Meister von Flémalle, Madonna. Original in der Sammlung de Somzée in Brüssel. (62×49 cm.) (Flémalle in der Provinz Lüttich.) Der Meister war um 1432 in Arras und Brügge tätig. Vgl. Friedländer, Die Ausstellung in Brügge 1902 (München 1913). – Eine Abb. der Madonna Foucquet's in Woermann, Geschichte der Kunst II.