Abb. 34. Ausschnitt aus dem Altar »des Bürgermeister Rollin« von Jan van Eyck. Die Landschaft ähnelt der bei Lüttich (F. Rosen, Die Natur in der Kunst, Leipzig 1903.) Original im Louvre, Paris. – Rosen findet in den Landschaften des Bouts (München) die Felsen von Marche aux Dames an der Maas.

Abb. 35. Die Maas bei Dinant. Radierung von D. Y. Cameron (1907). (R. 390.) (Originalgröße 165×377 mm.) »Das Maastal ist der klassische Boden der flandrischen Kunst« (Crowe und Cavalcaselle). Die englischen modernen Radierer, Whistler, Cameron, Brangwyn haben sich sehr viel Motive aus Belgien geholt. Von neueren deutschen und holländischen Künstlern sind mir belgische Landschaften in Erinnerung von Achener, Anderson, von Bartels, Bertlings, Beyer, Eder, Gaisser, Großmann, von Hayek, Heesch, von Leuxden, M. Liebermann, Lynch von Town, Mackowsky, Oppler, Orlik, Paulsen, Schrag, Schülein, Schumacher, Seyler, Storm vans Gravesande, Westendorf. – Die Mappen der belgischen Radiervereine geben eine Fülle gerade jener so feuchten Landschaften zwischen Schelde und Meer wieder, die der Schauplatz unserer Schlachten. Der moderne belgische Maler-Radierer Lüttichs ist Maréchal.

Abb. 36. Quinten Massys und Joachim Patinier, Die Versuchung des h. Antonius. Original im Prado, Madrid. Patinier ist in Dinant geboren. Massys kam von Löwen nach Antwerpen. – Photographie von F. Bruckmann A.-G., München. – Eine Porträtlandschaft: Das Schloß Walzin an der Lesse 7 km von Dinant auf dem Bild in der Liller Galerie: Predigt Johannes des Täufers von Pieter Coecke.

Abb. 37. P. P. Rubens, die flämische Kirmes. Original im Louvre, Paris. Um 1636 ganz von Rubens eigener Hand gemalt. (149×261 cm.) –

Abb. 38. Pieter Breughel d. Ältere, Der Tanz unterm Galgen. Originalgemälde im Großherzogl. Museum in Darmstadt. (45×50 cm.) Gemalt i. J. 1568, im Alter von etwa 43 Jahren, ein Jahr bevor der Unsterbliche starb. Van Mander erzählt, der Künstler habe dies Bild seiner Frau vermacht mit dem Hinweis auf die schwatzhafte Elster auf dem Galgen, die all die bösen Zungen bedeutet, die er zum Teufel wünscht. – Die wundervolle Landschaft, ausnahmsweise nicht so breit, nimmt wieder alte alpine Erinnerungen auf, sie gab dem Sohne den stärksten Einfluß für dessen ganz andere landschaftliche Gabe. – Freier ist Rubens flandrische Landschaft beim Schlosse Steen, zwischen Mecheln und Vilvorde, in der Nationalgalerie London.

Abb. 39. Pieter van der Heyden, Die St. Georgs-Kirchweih nach Pieter Breughel d. Älteren. Kupferstich (340×530 mm.) Nach dem Original in der K. Graphischen Sammlung, München. (Bastelaer 207 I.) Sehr instruktiv für die Art der Kirchweihbelustigungen und die volkstümlichen Übungen und Spiele in Flandern. Abgesehen von den hier nur etwas derberen Vergnügungen, die dem Volk überall angehören, sind bezeichnend für flämische Kirmessen: der Schwerterreigen und das Bogenschießen nach einem auf dem aufrechten Windmühlflügel befestigten Ziele (auf dem Hügel, ganz hinten links). Eine Erklärung aber zu den grotesken, teils maschinell wirkenden Figuren des Bosch und des Breughel, (auch noch des Callot), geben die etwas karnevalistischen Aufführungen »Wie St. Georg den Drachen tötet« in der Mitte des Bildes vor der Kirche. – Die primitive Bühne, auf Tonnen aufgebaut, läßt die großartige, theatralisch-wirkliche Welt in den Höllen des Bosch, mit ihren brennenden Burgen, ihrem illusorisch plastischen Kulissenwerk besonders stark fühlen. Der Künstler steht als Realist auf dem Boden seiner Zeit, als Phantast eilt er ihr weit voraus – in die Zeit des Illusions-Theaters, das überwunden werden soll. – Wie St. Martin seinen Mantel teilt, wie David den Goliath besiegt u. v. a. wurde auf den Kirmessen drastisch gezeigt.

Abb. 40. Felic. Rops, Frühling. Lithographie. (Mascha 176) (412×588 mm).

Abb. 41. David Teniers d. J., Das Fest im Hofe des Wirtshauses. Originalradierung. (195×233 mm).

Abb. 42. Adr. Brouwer, Das Gefühl. (Der Dorfbader.) Original in der K. ält. Pinakothek, München. (Holz 23×20 cm.) Nach der Tonlithographie des Rep. Strixner im »K. bayer. Gemäldesaal zu München und Schleißheim«. – Hofsteede de Groot, der Brouwer unter die holländischen Maler aufgenommen, sagt doch, daß Holland um 1623 eine eigentliche Bauernmalerei noch nicht gekannt habe, während in Flandern der alte Breughel bahnbrechend wirkte. Brouwer war in Antwerpen seit 1631.