Nach St. Louis! In eine ganz große Stadt; in die Stadt, die im Vorfrühling mein Ziel gewesen war. Mit dem Wandern war es ja aus; denn wer kaum stehen konnte, der mußte weg vom Schienenstrang, der Kraft und Mut erforderte.

Billy! Billy!!

Keinen einzigen Augenblick lang beschäftigte mich der Gedanke, was ich in St. Louis anfangen würde. Solche Dinge waren dem Mann im Fieber unendlich gleichgültig! Ich wußte nur, daß es aus war – aus. Keine Schnellzüge mehr; kein Springen. Und daß ich nach St. Louis wollte!

Mit vieler Mühe schlich ich nach der Station hinüber und fragte, was eine Fahrkarte nach St. Louis kosten würde. Die Entfernung war verhältnismäßig gering, kaum 400 Meilen.

»Siebzehn Dollars,« sagte der Agent.

»Bitte! Wann geht der nächste Zug?«

»4 Uhr 32 Minuten.«

Das war in kaum einer Stunde. Ich bezahlte, und wenige Dollars blieben mir übrig. Dann verschluckte ich eine Chininpille nach der andern und versuchte zu rauchen. Und dann saß ich auf einmal auf weichem Polster und träumte todmüde im Halbschlaf in mich hinein, in einer einzigen Vorstellung, in einem einzigen Gedanken.

Billy!

Immer wieder sah ich den Mann mit den leuchtenden Augen vor mir; ihn, den ich vergötterte wie nur Jugend vergöttern kann. Kein häßliches Wort – keinen häßlichen Gedanken hatte ich je von ihm gehört. Denn dieser Mann, hart an der Linie wandernd, die den nützlichen Menschen und den Vagabunden scheidet, war ein ganzer Mann [A]. Stolz und vornehm und frei. Und der fiebernde junge Mensch da im Schnellzug schluchzte in sich hinein –