Ich wollte lächeln, nicken, aber es ging nicht. Glockengerassel ertönte, Hufschläge galoppierender Pferde donnerten, hilfreiche Hände erfaßten mich und schoben mich zwischen weiche Kissen. Und dann fand ich mich auf einmal in einem kleinen Zimmerchen, auf weichem Lehnstuhl. Eine Gestalt im weißen Linnenmantel des Arztes beugte sich über mich, mir mit einem Elfenbeinstäbchen die Haut am Oberarm ritzend.

»Da wären wir ja!« sagte der junge Arzt. »Sie stellen den schönsten Fall von Schüttelfrost dar, junger Mann, der mir seit einiger Zeit vorgekommen ist. Aber wer wird denn gleich in Ohnmacht fallen! Schon mehrere Male Schüttelfrost gehabt?«

»Seit sechs Wochen – jeden zweiten Tag. Wo bin ich eigentlich?«

»Oho!« rief der Arzt und pfiff durch die Zähne. »O – ho!! Sie sind im öffentlichen Hospital von St. Louis, junger Mann, und augenblicklich werden Sie geimpft.« Er strich die Lymphe ein. »Wir werden Sie gründlich ausleeren, mein Junge, und Ihnen diese Malariadummheiten schon austreiben!«

Die nächsten Tage waren ein einziges langes Schlafen, mit Bildern dazwischen von Krankenschwestern, die mir Medikamente einflößten und Milch gaben. Nur schlafen, schlafen. Dann kamen die Tage der Genesung.

»Sie sind nun kerngesund,« lächelte der junge Arzt, als ich nach drei Wochen zur Entlassung in das Bureau des Krankenhauses geführt wurde. »Stark und kräftig! Viel Glück! Wenn Sie einmal reich geworden sind, mein Junge, schicken Sie uns netten Leuten vom öffentlichen Hospital einen fetten Scheck. So! Nun schlagen Sie sich mit der Welt da draußen herum, Sie leichtsinniger Teutone, und lassen Sie es sich möglichst gut gehen. In rebus adversariis – oder wie heißt es? Halt – als einem Geistesbruder in Latein und Griechisch will ich Ihnen noch etwas zeigen.«

Er holte aus einem Schrank mit vielen Fächern eine nummerierte Glasplatte hervor, schob sie unter das Mikroskop auf seinem Arbeitstisch und ließ mich durchgucken. »Was sehen Sie?« fragte er.

»Einen runden Kreis,« antwortete ich; »weiß, rosa an den Rändern, und in der Mitte rostbraune kleine Pünktchen und Striche.«

»Ganz richtig. Was ist das wohl?«

»Ein mikroskopisches Präparat.«