Der Nächste! Ich war an der Reihe.
Der Barbier war ein Künstler. Leise wie ein Hauch glitt er mir über das Gesicht. Auf einmal spürte ich etwas an meinen Füßen, merkte, daß ein Neger sich heimtückischerweise herbeigeschlichen hatte und mir die Stiefel putzte! Herrgott, sie waren doch schon geputzt worden! Ich wollte protestieren. Es ging aber nicht, weil der Künstler gerade an meinen Mundwinkeln operierte. Lieber die Stiefel zweimal geputzt als einmal geschnitten, dachte ich mir.
Da! Jemand ergriff meine rechte Hand. Diesmal wäre ich fast zusammengezuckt. Mühsam aus den Augenwinkeln schielend, stellte ich fest, daß ein anderer Neger mit Scheerchen und Feilen und Bürstchen meine Nägel bearbeitete! Na, meinetwegen.
Dreimal wurde ich eingeseift, dreimal rasiert. Dann legte sich auf einmal ein weißes Tuch über mein Gesicht –
Ich brüllte! Das Tuch war kochend heiß.
»Nice, aint it?« fragte der Barbier.
Nice – das hieß hübsch. Die New Yorker Barbiere schienen mir einen grotesken Geschmack zu haben. Aber wirklich, nach dem ersten Schrecken fühlte man sich erfrischt, wohlig. Von Zeit zu Zeit fragte mich der Barbier irgend etwas, und ich nickte nur mit dem Kopf, weil ich seinen Geschäftsjargon nicht verstand.
So übergoß er meine Wangen mit höllischem Feuer und salbte mich mit kühlenden Wohlgerüchen – zerschlug ein Ei auf meinem armen Schädel und brühte mir die Haare, um gleich darauf durch einen eiskalten Guß einen brillanten Kontrast zu erzielen – schnitt mir die Haare – rasierte mir den Nacken – frottierte, rieb, schund mich. Aber es war sehr schön!!
»Thank you!« sagte der Künstler.