Und ein großes Baden hub an in dem leeren Gemach neben dem Bureau. Einen fürchterlichen Spektakel machten wir dabei. Im Nu hatten wir uns ausgezogen und kugelten übereinander; fünf Männer, die sich pufften und stießen, um in einem mittelgroßen Zuber und einer ziemlich kleinen Waschschüssel möglichst schnell, möglichst gründlich und möglichst gleichzeitig zu — baden.... Der Kabeltelegraphist, der ein langsamer Geselle war und sich beim Auskleiden nicht gesputet hatte, mußte auf allgemeine Einschreierei seine Hosen wieder anziehen und in der Waschschüssel ohn’ Unterlaß frisches Wasser herbeischleppen. Den Zuber zerrten wir ein halbes dutzendmal zur Küchentüre und stürzten ihn einfach um. Das Wasser würde ja schon irgendwohin ablaufen. In fünf Minuten waren die Küche und das Nebengemach ein kleiner See. Wir aber badeten. Wir spritzten wie nicht gescheit. Wir zankten uns um das einzige Stückchen Seife — und tanzten umher unter allerlei Kapriolen und pfiffen und schrien und schwelgten in Wasser und Seifenschaum. Ein Zuhörer würde uns reif fürs Tollhaus gehalten haben.

Da öffnete sich knarrend eine Türe und eine krähende Stimme rief: »Caballeros!«

»Still!« sagte Hastings. »Da ist jemand!«

»Señores!!«

»Oh, es ist nur ein Cubano,« lachte Souder und schrie laut: »Fahr’ zur Hölle — dies Bureau ist geschlossen!«

»Nix Hölle!« meckerte die Stimme in gebrochenem Englisch. »Mich geschickt von Señor Capitano mit einem Brief, Señores

Gleichzeitig schob sich eine Gestalt in die Türe, und ein kleiner Kubaner stand da, uns listig anfunkelnd aus den Fuchsaugen in dem mageren braunen Gesicht. »Ich Antonio!« erklärte der Magere. »Mich Generalagent sein für die caballeros telegraphistas

»Was?« schrie Hastings.

Der Kubaner grinste und gab ihm einen Brief.

Brummend wischte sich der splitternackte Sergeant den Schaum aus den Augen und las laut: