»Oh, du armer Junge! Soll ich dir ein Schlückchen Wein bringen?«
»Oh yes, please. Thank you, miss!«
»Du mußt nicht Fräulein zu mir sagen. Ich bin Schwester Irene. Du — bist du denn nicht fast gestorben vor Angst, du armer Junge, als du den fürchterlichen Hügel hinaufstürmen mußtest?«
»Nee!«
»Aber es muß doch entsetzlich gewesen sein!«
»Ja. Da kletterte einer vor mir« (der Erzähler war ein junger Sergeant der 5. Regulären), »der zappelte immer mit den Beinen und ich mußte höll — hm — sehr aufpassen, daß mir der verfl ... hem — der Kerl nicht ins Gesicht trat. Es war scheußlich!«
»Und die Todeskugeln!«
»Oh, an die Schießerei hatte man sich gewöhnt!«
Und keinen einzigen Mann gab es auf der Insel des gelben Fiebers, der nicht seinen wohlgefüllten Sack voller Heldenruhm eingeheimst hätte. Zuerst war das etwas Unbehagliches. So prahlhänsig kam man sich vor. Man horchte immer scheu zum Nachbar hinüber, ob der nicht lachte, wenn Schwester Irene oder Schwester Edith oder Schwester Lizzie einem dickgestrichene Heldenkomplimente machte. Aber gar bald wirkte die Bewunderung merkwürdig wohltuend. Es war doch sehr nett, in schönen Augen immer wieder lesen zu dürfen: du bist ja ein famoser Junge! Sie fanden sich prachtvolle Menschen gegenseitig, die bewundernden Frauen und die bewunderten Männer. Sie gingen miteinander spazieren im Inselland halbe Nächte lang, Genesende und ihre Pflegerinnen. Sie saßen immer zusammen und tuschelten und hatten sich schrecklich viel zu sagen. Man wurde arg verwöhnt auf der Gelbfieberinsel in jenen Tagen.