In der Zeltstadt von Montauk Point.

Die Friedensbotschaft. — Ein brutaler Krieg. — Die böse Lage der amerikanischen Invasionsarmee. — Auf den General folgt der kaufmännische Organisator. — Wie die Zeltstadt von Montauk Point erstand. — Mein letzter Tag in Santiago de Cuba. — Im Gesundheitslager. — Die Komplimente des Trusts. — Wie mir ein Vermögen entging. — Die New Yorker Invasion. — Von begeisterten Ladies. — Das Sicherheitsventil. — Wie Leutnant Hobson in der Welle der Hysterie ertrank.

In einer Augustnacht war es.

Wir saßen vor dem Aerztezelt, der Doktor und ich, rauchten eine beschauliche Zigarette und schauten auf die Bai hinaus. Wundersam funkelten und glitzerten im Wasser die Sternenbilder. Da erklang ein dumpfes Brausen, wurde mächtiger, schwoll an zu Getöse. Eine Rakete zischte empor über der Stadt, eine zweite, eine dritte. Drüben über dem Wasser jubelten und schrien viele Menschen.

»Eine Schlacht in Portorico!« rief der Doktor aufspringend.

Ich widersprach ihm. Die letzten Nachrichten von der benachbarten spanischen Insel hatten besagt, daß die Besetzung Portoricos durch eine amerikanische Armee unter General Miles nach unblutigen Kämpfen nun vollendete Tatsache sei. Während wir noch hin und her sprachen, kam das Boot vom Hafenhospital. Der Kubaner, der es ruderte, sprang auf uns zu, aufgeregt mit den Armen in der Luft fuchtelnd.

»Cuba libre!« brüllte er. »Cuba libre, Señores!!«

Und er übergab dem Doktor einen Zettel. Das hektographierte Stück Papier enthielt die kurze Mitteilung des amerikanischen Gouverneurs von Santiago an die einzelnen kommandierenden Offiziere, daß heute, am 12. August, in Washington das vorläufige Friedensprotokoll zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien unterzeichnet worden sei. Spanien gab der Insel Kuba ihre Unabhängigkeit, trat Portorico an die Vereinigten Staaten ab und erklärte sich bereit, über einen Ankauf der Philippinen durch die Vereinigten Staaten zu unterhandeln. Die kriegsgefangenen Spanier wurden auf Kosten der Amerikaner nach ihrer Heimat zurückgesandt. Kriegsentschädigung verlangten die Vereinigten Staaten nicht.

»Cuba libre!« brüllte der Kubaner wieder und tanzte schreiend und jubelnd umher.