Doktor Gonzales aber streckte herrisch die Rechte aus, sagte irgend etwas auf Spanisch in scharfem Ton, und der überfreudige Patriot schlich brummend zu seinem Boot zurück.
»Was sagten Sie eben?« fragte ich neugierig.
»Oh nichts!« antwortete Doktor Gonzales und zündete sich eine frische Zigarette an. »Ich sagte ihm nur, er solle sich zum Teufel scheren ... Cuba libre! Kuba Blödsinn! Ein freies Kuba, regiert von freien Strolchen, die eigentlich in ein Zuchthaus gehörten! Es tröstet mich nur, daß unser guter alter Onkel Sam der Gesellschaft früher oder später einen gewaltigen Tritt vor den Hintern geben und einen amerikanischen Staat aus Kuba machen wird. Daß er es nicht gleich jetzt tut, ist Schwäche, Verschwendung, Hinauswerfen an Zeit und Geld!«
Da lachte ich leise vor mich hin, denn der Doktor war zwar amerikanischer Bürger und amerikanischer Offizier, stammte aber selber von kubanischen Eltern und mußte es ja wissen! Und dann gingen wir in die Zelte der Damen und in die Krankenzelte und lösten Hurrageschrei aus mit der großen Neuigkeit. Doch der Jubel über den Frieden bei uns in den Zelten hatte nicht die geringste Aehnlichkeit mit dem urgewaltigen, donnernden, brausenden Siegesschrei, der von den Hügeln des Santiagotals gellte, als das Sternenbanner damals an dem Mangobaum emporstieg. Da hatte Mann über Mann triumphiert — jeder einzelne Mann im Santiagotal in die eigenen Hände das Göttergeschenk des schwer errungenen Erfolgs empfangen. Die große politische Friedensaktion aber am grünen Tisch interessierte die Armee sehr wenig.
»Recht nett!« sagte ein typhuskranker Infanterieleutnant der Regulären, als wir ihm die Friedensbotschaft vorlasen. »Nun wollen wir gemütlich sein und nach Hause gehen!«
»Goodbye Cuba! To hell with Cuba!!« riefen die Rekonvaleszenten in den Zelten.
Das war das Leitmotiv des Wiederhalls, den die Friedensklänge in den Männern der Armee von Kuba ertönen ließen:
»Adieu Kuba! Hol dich der Teufel! Wir gehen nach Hause!«