Roosevelt, der Brotsack und Offizierstornister umgeschnallt trug, wie jeder Soldat, rief zurück:

»Was zum Kuckuck soll ich mit Gepäck? Doch — eh — gib mir meine Zahnbürste!«

Diese nützliche Notwendigkeit eines reinlichen Menschen steckte Oberst Roosevelt grinsend in das Band seines Rauhen Reiterhuts und bemerkte dabei, das sei das einzig wirklich nötige persönliche Gepäck. Für alles andere müsse schon der Herr Generalquartiermeister sorgen! Und fortan trugen Kind und Kegel, Mann und Offizier der kubanischen Armee Onkel Sams als besonderes Symbol im Hutband die Zahnbürste.

Der Mann mit der Originalzahnbürste und seine Leute aber machten nicht nur ihrem Vorschußruhm große Ehre als tolle Draufgänger und zähe Kämpfer, sondern hatten auch unverschämtes Glück, denn überall waren sie dabei, wo es wirklich der Mühe wert war. Bei La Quasina, in der ersten Schützenlinie der Schlacht vom San Juan Hügel, und im Nahkampf um das Blockhaus. In den ersten Tagen dagegen entging das Rauhe Reiter-Regiment nur mit knapper Not einer Katastrophe. Die stürmisch vordrängende Roosevelt-Vorhut fiel in einen Hinterhalt wenige Kilometer vom Strand und hatte schwere Verluste, ehe es ihr nach kurzem Feuerkampf gelang, die Spanier zurückzuwerfen.

Den ganzen Tag über waren die Boote hin und hergefahren zwischen Schiffen und Strand, in langen Ketten, von Barkassen geschleppt. Ein Regiment nach dem andern wurde gelandet; reguläre Kavallerie, zwei Infanterieregimenter. Bunt wie eine scheckige Kuh war die »Segurança«, das Transportschiff des kommandierenden Generals, von Flaggenwimpeln und flatternd geschwungenen Signalfahnen. Doch die Befehle galten stets anderen Schiffen.

»6tes Kavallerieregiment ausbooten!«

»7te Infanterie an Land!«

Für uns aber kam kein Befehl. Mit brennenden Augen sahen Souder und ich durch die Feldstecher und fluchten so grimmige Flüche, daß der kleine Schwabenkapitän uns schmunzelnd erklärte, er könne ja auch allerhand leisten, aber das sei der Limit! Wir verwünschten den kommandierenden General zehntausend Klafter tief unter den Boden, und seinem Generalstab flehten wir Pest und Verdammnis an den Hals. Dasitzen müssen an Bord der alten Maultierfähre! Warten müssen, während lumpige Freiwilligenregimenter an Land durften! Wir kochten vor Wut. Wir zappelten in kindischer Ungeduld und tanzten Tänze des Jähzorns auf der Brücke. Endlich hielt es Souder nicht mehr aus. Gegen Abend, als auf der Segurança eine Pause in dem ewigen Signalisieren eingetreten war, rief er privatim ihren Signaldienst an:

»Seg S O — P P P — Segurança Signal Office — Privat, privat, privat ...« »Sergeant Hastings hat Dienst!« sagte er zu mir. »Guter alter Junge, der Hastings. Wird uns schon sagen, was los ist —«