Seg S O antwortete prompt: »I — I — jawohl, jawohl!«
Worauf Souder flaggte:
»Privat! — Wann — geht — Signalstab — an — Land?«
Und sofort kam die bissige Antwort: »Hell knows — we do not — you — go — to hell — no time — to answer fools’ questions. — Das weiß die Hölle; wir nicht. Fahrt zur Hölle — wir haben keine Zeit, jedes Narren Fragen zu beantworten!«
Souder sprang kerzengerade in die Luft: »Ich bring Hastings um,« schrie er, »wenn ich ihn erwische! Ich schieß ihn tot! Sieben Löcher mach ich ihm in den Bauch! Aber ich hab es immer schon gesagt, daß Hastings ein gemeiner Kerl ist!«
Zu dem Schaden aber hatten wir noch den Spott, denn jedes gesegnete Schiff im Umkreis rief uns an und signalisierte: ha — ha — ha! Hahaha aber bedeutet auf telegraphisch ein ganz großes Gelächter. Woraus ersichtlich ist, daß Soldaten in Kriegszeiten keine Sonntagsschüler sind und sich nicht immer einer gewählten und einwandfreien Sprache befleißigen; man spricht scharf und handelt scharf in solchen Zeiten großer Aufregung. Und dann waren ja weder Damen noch geistliche Herren anwesend.
Und wir warteten. Wir warteten scheußlich lange. Eine Nacht noch und fast einen Tag. Während der Nacht aber konnten wir uns wenigstens — auf dem Umwege über Blinklampen — mit Hastings privatim unterhalten, der besserer Laune geworden war. Teile der Blockadeflotte hatten, so erzählte er, bei Cabañas und Aguadores in Scheinangriffen die Küste ebenfalls bombardiert — bei Cabañas waren sogar Truppen gelandet worden, um die Aufmerksamkeit der Spanier von uns abzulenken — die Rauhen Reiter sollten auf spanische Schützenlinien gestoßen sein und Verluste erlitten haben — ebenso reguläre Kavallerie. Da wurden wir natürlich noch zappeliger, und von Schlaf war gar keine Rede. Gestiefelt und karabinerumhangen hockten wir auf der Brücke, wartend, wartend, und tranken aus unseren Blechbechern die Flasche Mumm extra dry, die der gute Kapitän uns zum Abschied spendierte, so gleichgültig, als sei das edle Getränk Wasser gewesen.
Der Morgen verging. Der halbe Nachmittag noch. Souder und ich wurden hysterisch. Knurrten wie bissige junge Hunde und suchten verzweifelt uns die Augen fast aus dem Kopf nach dem Signal, nach dem verdammten Signal. Da plötzlich hob sich an Bord der Segurança die rote Korpsflagge mit dem weißen Innenquadrat wieder und rief uns an:
»Signaldienstbefehl — Signalkorps an Bord Segurança!«
»I — I — jawohl, jawohl!«