Denn immer wieder befahl General Shafter neue Verschanzungen, und immer von neuem schärfte er den Kommandeuren der Front ein, um jeden Preis die Hügellinie zu halten und auf keinen Fall ohne ausdrücklichen Befehl über sie hinaus vorzugehen.
Nein, ich konnte nicht mehr schlafen.
So ging ich zu den Instrumenten hin und hockte mich neben Souder, der jetzt den Dienst am Fronttelephon hatte.
»Ist nichts Besonderes los,« brummte er. »Weshalb schläfst du denn nicht?«
»Kann nicht — — « murmelte ich.
Gedankenlos hörte ich zu, wie der Sergeant mit halblauter, monotoner Stimme eine Meldung telephonisch weitergab — dringend, dringend, dringend. Vom Hauptquartier an die Generale Lawton, Kent, Chaffee, Bates ... Da klatschte ein Wassertropfen auf meine Hand, ein zweiter nun, ein dritter, und kaum war ich aufgesprungen, als es schon herabbrauste in schweren Wassermassen.
»Die Instrumente!« brüllte Souder.
Fluchend rumpelten überall um uns Gestalten in die Höhe. Alles rannte blindlings nach den aufgestapelten Tornistern, um tastend und tappend in der Dunkelheit die Gummidecken hervorzusuchen. Aber sie konnten nicht schützen gegen diese Fluten. Nach vieler Mühe gelang es uns, wenigstens ein Zelt für die Station zu errichten und es mit den Gummidecken halbwegs wasserdicht zu machen. Die Instrumente funktionierten. Die Männer aber, die den Dienst hatten, hockten mitten im Wasser, denn in Bächen kam es den Hügel herabgeschossen.
Es regnete und regnete. Nicht einzelne Tropfen fielen, sondern schwer und geschlossen sauste es herab, wie ein Strom fast aus geöffneter Schleuse. In die Haut drang uns das Wasser, und ins Mark hineinzuschleichen schien sich die Kälte. Frierend und zähneklappernd standen wir da und rührten uns nicht. Es wäre sinnlos gewesen, gegen diese Wassermassen Schutz suchen zu wollen. Flüssiger, breiiger Schlamm umspülte unsere Knöchel, und dampfig stieg es auf aus unseren ekelfeuchten Kleidern. Und es regnete und regnete; eine Viertelstunde lang, eine halbe Stunde.