Wie das Geschrei kam durch das ganze Land Provincia, daß der Peter wäre wieder heim kommen, und wie sie ein Fest hielten vierzehen Tage lang.
Das Geschrei kam durch das ganze Land Provincia, wie daß der Peter wieder heim kommen wäre, und wie er wäre in der Kirchen Sankt Peters von Magelon. Da sah man Edel und Unedel zu Roß und Fuße kommen, und geschah also ein Turnier von dem Adel des Landes, dem Peter zu Gefallen; die anderen tanzten und waren fröhlich.
Da nun Vater und Mutter gehört hätten das Unglück ihres Sohns und der Schönen Magelona, daraus ihnen GOTT der Allmächtig hätt geholfen, da nahm der Graf seinen Sohn Peter bei der Hand und führet ihn für den Altar Sankt Peters in die Kirchen. Des gleichen tät auch die Gräfin der Schönen Magelona, und knieten nieder und dankten GOTT dem Allmächtigen. Da sie ihr Gebet verbracht hätten, sprach der Graf zu seinem Sohn Peter also: „Ich will, dieweil die Jungfrau von deinen wegen hat also viel erlitten, du wollest sie zu der Ehe nehmen.“ Antwortet ihm der Peter: „Aller liebster Vater, da ich sie führet aus dem Hause ihres Vaters, war es mein Wille, sie zu ehelichen. Doch aus Befehl eurer und meiner Frau Mutter, bin ich zufrieden, sie itzunder offenlich zur Kirchen zu führen.“
Also gab sie ein Bischof zusammen. Und die Gräfin gab dem Peter einen schönen Ring, darmit er sie ehelicht. Also hielt sich groß Fest und Freude durch das ganze Land vierzehen Tag lang, und gefiel jedermann die Schön Magelona wohl. Sie sagten auch, es möchte in keinem Menschen also viel Tugend erfunden werden, als in ihr. Da richtet man mancherlei Kurzweil an, und unterstund ein jeglicher sich, das Beste zu tun, damit er die Liebe gegen seinem Herrn beweiset.
Wie nach diesem ehelichen Beilager der Graf und die Gräfin lebten zehen Jahr und darnach starben.
Als nun das ehelich Beilager ganz vergangen war, da lebten der Graf und die Gräfin zehen Jahr in gutem Frieden. Da sie nun gestorben waren, ließ der Peter sie beide ehrlich begraben in die Kirchen Sankt Peters zu Magelon.
Nach ihnen lebten der Peter und die Schön Magelona acht Jahr und zeugten einen schönen Sohn mit einander, der da tapfer und keck war. Und als die Historien an zeigen, ward er darnach König zu Neapel und Graf zu Provincien.
Der Peter und die Schön Magelona führten bei einander ein freundlich und glückselig Leben; und als sie starben, da wurden sie auch begraben in die Kirchen Sankt Peters. Und noch auf den heutigen Tag stehet, da die Schön Magelona ein Spital hätt gestiftet, eine schöne Kirche in der Ehr der Heiligen Dreifaltigkeit, die uns wölle erfreuen in unseren Anfechtungen in dieser Welt, und endlich uns führen zu besitzen das Ewige Leben. Amen.
Hie endet sich das Buch und die Historia von dem Peter, der ein Sohn gewesen des Grafen von Provincia, und der Schönen Magelona, die da ist gewesen ein Tochter des Königs zu Neapel.