»Gern, Hoheit,« sagte Dolores und setzte schelmisch hinzu: »Wie Hoheit befehlen, muß es ja heißen!«

»Ach, das ›gern‹ klingt viel hübscher,« meinte der Erbprinz, indes Prinzeß Alexandra sich mit fröhlichem Lachen an die Arbeit setzte. »Sie müssen wissen, Baronin, daß wir hier nur Menschen sein wollen, denen ein freundliches ›gern‹ hübscher klingt, als die steifen Formen des Hofes.«

»Ich belauschte gestern unfreiwillig die Säulen unseres Landhauses, Fräulein von Drusen und den Kammerherrn von Dreßing,« plauderte die Prinzessin, »und hörte zu meiner unbeschreiblichen Belustigung, wie erstere zu letzterem sagte: ›Gott sei Dank, daß wir da sind, die noch einigermaßen die Dehors auf Monrepos aufrecht erhalten. Wie würde es ohne uns hier zugehen!‹«

Die anderen lachten, da es ja bekannt war, mit welcher Würde die Prinzeß dem fürstlichen Hofe vorstand.

»Es muß auch solche Käuze geben,« citierte der Erbprinz.

Dann war es eine Weile still am Hexenloch. Leise flüsterte die warme Sommerluft in den Bäumen, und der Wasserfall rauschte – schnell flog der geschickte Pinsel der fürstlichen Künstlerin über den auf ihrem Schoß liegenden Block, träumerisch sah Dolores hin auf das dunkle Wasser, auf dem einzelne Sonnenstrahlen, die durch das Laub brachen, magisch funkelten, und Prinz Emil sah wiederum auf die reine, herrliche Profillinie des schönen Antlitzes neben ihm.

Endlich unterbrach die Prinzeß das Schweigen.

»Ach, wie köstlich ist's doch hier,« sagte sie, zurückgelehnt ihr Werk betrachtend, »und was für Stümper sind wir, der Natur gegenüber!«

»Das sagt Richard Keppler auch,« nickte Dolores.

»O, er ist doch Adept, aber was bin ich?«