»Und ich versichere Durchlaucht, daß ich jedenfalls den mir anvertrauten Ritterdienst zu Hochdero Befriedigung ausführen werde,« erwiderte Falkner und reichte Dolores den Arm, sie hinauszuführen. Um die peinliche Scene nicht zur Spitze zu treiben, nahm sie ihn an, und so schritten sie hinaus in die warme Mondnacht.

Prinzeß Alexandra sah ihnen lächelnd nach.

»Ein schönes Paar,« sagte sie, befriedigt darüber, daß sie ihren Bruder von einem nicht geeigneten Schritt abgehalten hatte.

»Aber, Sascha, quelle idée, dem armen Baron diese brasilianische Dame aufzudrängen, die ihm doch sichtlich so unsympathisch ist,« rief Prinzeß Lolo stark entrüstet.

»Unsympathisch – Unsinn, Lolo,« sagte der Erbprinz wegwerfend; das Eingreifen seiner Schwester hatte ihn auch etwas erregt, obwohl er fühlte, daß sie damit im Recht gewesen.

»Wie ist es möglich, Antipathie zu fühlen, wo einem die Schönheit so siegend entgegentritt!«

»Du lieber Himmel, was für ein Aufhebens von dieser rothaarigen Marmorstatue gemacht wird,« rief die kleine Prinzeß heftig, außer Atem vor innerem Zorn.

Prinzeß Alexandra stand noch immer in tiefem Sinnen.

»Ein schönes Paar,« wiederholte sie, »schritten sie nicht dahin, wie für einander geschaffen? Und doch scheinen sie nicht zu einander zu neigen. Aber wenn, nach Shakespeareschem Ausspruch, ›aus einz'gem Hasse einz'ge Lieb'‹ entbrennen kann – so wäre eine Lösung der Falkenhofer Frage nicht unmöglich!«

Zornglühend floh Prinzeß Lolo in ihr Schlafzimmer. Dort stand sie zitternd still, ehe sie nach ihrer Kammerfrau läutete.