»Er soll es wagen, sie mir vorzuziehen, diese hergelaufene Komödiantin,« schrie sie schluchzend in ihr Taschentuch hinein, »und sie, sie soll es wagen, ihn in ihren Netzen fangen zu wollen, die Füchsin – o Gott, ich bin doch entsetzlich unglücklich!« – – – – –

Indes schritt Dolores an Falkners Arm den Kiesweg entlang, auf zehn Schritt Distance gefolgt von Ramo. Kein Wort fiel zwischen den beiden, und als sie an das Gitter kamen, das die Grenze von Monrepos bildete, löste sie ihren Arm aus dem seinen.

»Sie haben jetzt Ihrer Pflicht genügt, Baron,« sagte sie kühl, »Gute Nacht!«

»Ich sagte bereits, ich würde Sie bis zum Falkenhof begleiten,« entgegnete er ruhig. »Sie werden also bis dahin meine Gegenwart ertragen müssen.«

Er sah es, wie ein stolzer, abweisender Strahl in ihrem Auge aufblitzte und ihr schönes Gesicht in dem hellen Mondschein blässer wurde.

»Zu welchem Zweck?« fragte sie.

Falkner zauderte einen Augenblick.

»Die Prinzeß wünscht es –«

»Sie hätte es nicht gewünscht, wenn sie wüßte, daß ein Tete-a-tete mit Ihnen mir nur Insulten bringt, gegen die ich wehrlos bin,« unterbrach sie ihn stolz, sich zum Gehen wendend. Aber schon beim nächsten Schritt stand er neben ihr.

»Ich würde dennoch eine Nichterfüllung der mir auferlegten Pflicht vor der Prinzeß nicht verantworten können,« sagte er unbewegt.