»So – dieses leise Inkarnat der maiden-blush-Rose und diesen weichen Ausdruck in Ihren Augen muß ich festhalten,« sagte Keppler und sah sie fest an, »beides paßt so trefflich zu der lichten Stimmung des Bildes – und steht in solch schroffem Gegensatz zur Satanella,« setzte er eifrig malend hinzu.

Da wurde das Rot auf Dolores' Wangen etwas tiefer, Falkner aber trat neben Keppler heran und sah seiner Arbeit zu.

»Es ist ein Umschwung, daß Sie, der sonst stets oder mit Vorliebe auf tief gesättigtem Hintergrund malten, meine Cousine im weißen Kleide an die weiße Marmorwand stellen,« meinte er.

»Es ist eine Ausnahme, zu welcher der Stoff nicht nur verleitet, sondern gebieterisch hinweist,« erwiderte der Maler.

»Ich wollte, es wäre morgen mein Geburtstag,« sagte Lolo auf der Estrade zu Dolores' Füßen hockend.

»Warum? Hast du solche Sehnsucht, älter zu werden?« fragte Ruß.

»Nein, aber man bekommt da immer eine Masse hübscher Sachen geschenkt,« erklärte die kleine Freifrau ehrlich.

»Ich wüßte nicht, wer mir etwas schenken sollte,« warf Dolores ein.

»Ach du Ärmste,« gähnte Lolo. Sie langweilte sich schon wieder sehr. Doch plötzlich kam ihr ein Gedanke. »Ich werde dir etwas schenken,« jubelte sie und begann vor Freude einen Solotanz zu tanzen. »Ich habe ja eine gottvolle Idee –« –

»Desto besser,« sagte Dolores lächelnd, »ich werde dir auch wieder etwas schenken.«