»Nur nicht den falschen,« meinte Doktor Ruß mit Hohn.

»Glauben Sie, daß hier so viele herumlungern?« fragte Engels treuherzig, worauf Doktor Ruß nur mit den Achseln zuckte.

Zur Dinerstunde fanden sich um sechs Uhr abends neben den auf dem Falkenhof einquartierten Herren noch Graf und Gräfin Schinga ein – die Herrschaften von Monrepos kamen mit ihren Gästen erst im letzten Moment und weit hinter der Zeit. Der Kommandeur des Husarenregiments reichte nach ihrem Eintreffen Dolores sofort den Arm und führte die in schlichter, aber unendlich geschmackvoller weißer Wollrobe Gekleidete zur Tafel, welche in der reich und verschwenderisch im Renaissancestil ausgestatteten Banketthalle des Falkenhofs gedeckt und mit den Silberschätzen des Hauses geschmückt war. Als man schon saß, rief Lolo plötzlich aus:

»O, Dolores, ich habe mein Geschenk für dich im Wagen gelassen!«

»Wir können es nach dem Essen ansehen,« nickte Dolores dankend.

»Ja ja! Aber laß es inzwischen holen und ins Haus tragen,« bat die junge Frau. »Es ist ein vergoldeter Korb – aber daß niemand ihn öffnet. Hört ihr?« ermahnte sie die Diener.

»Das ist ja beinahe, als ob Sperlinge darin wären,« schrie Schinga über den Tisch herüber.

»Ja, wenn du denkst, du hast'n,

Da springt er aus dem Kasten,«

erwiderte Lolo übermütig.