Draußen verklang der Trauermarsch und nur das Glöckchen läutete fort und fort mit seinem feinen, hellen Ton, der durch die klare, marienfädendurchzogene Spätsommerluft vibrierte wie ein Gruß aus einer anderen Welt.
Da richtete sich Dolores auf.
»Zwei Plätze waren noch frei in der Falknergruft,« sagte sie, »und ich habe in Schmerzen gebüßt nach der Prophezeiung der Ahnfrau, doch ich habe sie nicht erlöst. Denn der zweite Platz, es ist mein Platz, und ihr sollt mir darüber schreiben lassen den Spruch des Propheten Tobias: Der Mensch blüht auf wie eine Blume und wird gebrochen.«
Epilog.
Drei Jahre sind seitdem vergangen.
Es war wieder Herbst geworden, und die Blätter fingen an sich zu färben in dem herrlichen Parke des Falkenhofes und zauberten im Verein mit dem Sonnenlichte Tinten hervor, auf denen das entzückte Auge trunken weilte.
Die Sonne aber drang mit ihren Strahlen durch das fallende Laub mitunter bis hinab zur Erde und machte das goldene Kreuz auf der Gruftkapelle in siegreichem Feuer aufleuchten.
Die Pforten der Kapelle waren geöffnet, und unten in der Gruft kniete ein großes, schönes junges Paar neben einem Sarge, auf welchen es eben einen Strauß wundervoller weißer Moosrosen niedergelegt hatte. Zu Häupten des Sarges aber war eine Tafel in der Mauer eingelassen, auf welcher die Worte des Propheten Tobias geschrieben standen: »Der Mensch blüht auf wie eine Blume und wird gebrochen.«
Nachdem sie lange in stillem Gebet gekniet, erhob sich die Dame.